Die Wunderkur.
Goethe als Nervösen behandelten. Man denke endlich an die Heilung der Stuhlbeschwerden durch Suggestion. Der Arzt,„ein unerklärlicher, schlaublickender, freundlich sprechender, übrigens abstruser Mann“, lockte seine Patienten mit geheimnissvollen, selbstbereiteten Arzeneien an. Besonders deutete er auf ein wichtiges Salz hin, von dem man gar nicht sprechen durfte, und das nur in den grössten Gefahren anzuwenden war. Als nun die Stuhlbeschwerden arg wurden,„in diesen letzten Nöthen zwang meine bedrängte Mutter mit dem grössten Ungestüm den verlegenen Arzt, mit seiner Universalmedicin hervorzurücken“. Mitten in der Nacht lief er nach Hause und holte ein Gläschen mit alkalisch schmeckenden Krystallen.[Glaubersalz?].„Das Salz war kaum genommen, so zeigte sich eine Erleichterung des Zustandes, und von dem Augenblicke an nahm die Krankheit eine Wendung, die stufenweise zur Besserung führte.“ Natürlich war man dem wenig lobenswerten Medicus[Dr. Metz] sehr dankbar, man könnte aber hier das typische Bild einer erfolgreichen Wachsuggestion erblicken, wie sie auch heute berufenen und unberufenen Heilkünstlern bei nervösen Uebeln oft genug gelingt.
Die nächste Krankheit war eine Halsentzündung durch das Einathmen salpetriger Säure beim Aetzen einer Kupferplatte. Hier wiederholt Goethe die Ver
Das giebt so melanchol’sche Laune,
Und ihre Pein
Würd’ ich nicht los, und hätt’ ich sechs Alraune. Halb siech, und halb gesund. zu seyn?
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