Der Lebenslauf.
muthung, er möge sich so auch in Leipzig beschädigt haben. Man bekommt aber den Eindruck, als sei ihm dieser Gedanke erst bei der Frankfurter Halsentzündung gekommen, während er in Leipzig die Aetzkunst ohne Schaden ausgeübt habe. Am 23. Jan. 1770 heisst es:„Dass ich ruhig lebe, das ist alles, was ich Ihnen von mir sagen kann, und frisch und gesund, und fleissig, denn ich habe kein Mädgen im Kopfe.“
Die nervöse Reizbarkeit blieb trotz der Wiederkehr des Lebensmuthes bestehen. In Strassburg plagte sie ihn noch„... so hatte ich innerlich und äusserlich mit ganz anderen Verhältnissen und Gegnern zu kämpfen, indem ich mit mir selbst, mit den Gegenständen, ja mit den Elementen im Streit lag. Ich befand mich in einem Gesundheitszustand, der mich bei allem, was ich unternehmen wollte und sollte, hinreichend förderte, nur war mir noch eine gewisse Reizbarkeit übrig geblieben, die mich nicht immer im Oleichgewicht liess, Ein starker Schall war mir zuwider, krankhafte Gegenstände erregten mir Ekel und Abscheu; besonders aber ängstigte mich ein Schwindel, der mich jedesmal befiel, wenn ich von einer Höhe herunterblickte.“ Die„heftige“ Kur, die Goethe anwandte, zeigt, dass er in der Hauptsache schon wieder hergestellt war. Nebenhergehen bei dem Zapfenstreiche„neben der Menge der Trommeln, deren gewaltsame Wirbel und Schläge das Herz im Busen hätten zersprengen mögen“, Besuch der Anatomie, Besteigen des Münsterthurmes und Freistehen auf einer Plattform unter der Krone, Besuch von Friedhöfen und