Die infectiöse Krankheit von 1801.
in Lebensgefahr brachte, zu überstehen. Er muss dabei stark benommen gewesen sein, da die Erinnerung für 9 Tage unklar blieb. In Eckermanns Gesprächen sagt Riemer:„Aber ich erinnere mich, dass Sie(Goethe) im ersten Jahre nach meiner Ankunft schwer krank waren und in Ihrem Phantasiren mit einemmale die schönsten Verse über denselbigen Gegenstand[die Höllenfahrt Christi] recitirten. Es waren dies ohne Zweifel Erinnerungen aus jenem Gedicht Ihrer frühen Jugend“. Riemer ist 1803 Hauslehrer bei Goethe geworden, man versteht demnach die Zeitbestimmung nicht recht, da 1804 eine schwere Krankheit Goethen nicht betroffen hat. Es handelt sich um die Krankheit von 1801, von der Christiane Riemern erzählt hatte. Diese Krankheit beschreibt auch Frau von Stein. Man wird aber ihren Bericht mit einiger Vorsicht aufnehmen, wie es bei Berichten von Damen über Beobachtetes immer sein muss. Am 12. Januar 1801 schreibt sie:„Es ist ein Krampfhusten und zugleich die Blatterrose; er kann in kein Bett und muss immer in einer stehenden Stellung erhalten werden; sonst will er ersticken. Der Hals ist verschwollen, so wie das Gesicht, und voller Blasen inwendig; sein linkes Auge ist ihm wie eine grosse Nuss herausgetreten und läuft Blut und Materie heraus; oft phantasirt er, man fürchtete eine Entzündung im Gehirn, liess ihm zur Ader, gab ihm Senffussbäder, darauf bekam er geschwollene Füsse und schien etwas besser.“ Am 14. schreibt sie:„Mit Goethe geht es besser; doch muss der 21. Tag vorüber sein, bis dahin könnte ihm noch etwas zustossen,
Möbius, Werke II.