das Reden erschwerte und mit Schmerzen in der Herzgegend verbunden war. In der 2. Hälfte des Monats wurde der Zustand schlechter, man befürchtete„Brustwassersucht“. Goethe erholte sich merkwürdig rasch. Am 14. December war er ganz munter. Nach dieser Krankheit(vielleicht handelte es sich im Frühjahr. um linkseitige Pleuritis, im November um vorwiegend nervöse Störungen) erschien Goethe als deutlich gealtert. Er blieb seitdem viel zu Haus, verliess oft lange sein Zimmer nicht und war gegen die Schwankungen der Witterung sehr empfindlich. Auch Verdauungsbeschwerden machten ihm oft Noth. Er sagte zu Eckermann:„Es ist unglaublich, wie viel der Geist zur Erhaltung des Körpers vermag. Ich leide oft an Beschwerden des Unterleibes, allein der geistige Wille und die Kräfte des oberen Theils halten mich im Gange. Der Geist muss nur dem Körper nicht nachgeben!*) So arbeite ich bei hohem Barometerstande leichter als bei tiefem; da ich nun dieses weiss, so suche ich bei tiefem Barometer durch grössere Anstrengung die nachtheilige Einwirkung aufzuheben und es gelingt mir.“ Dr. Vogel bestätigt die Häufigkeit der Verdauungstörungen und meint, Goethe habe eben oft zu viel gegessen und Diätfehler begangen. Im
*) Goethe hielt überhaupt sehr viel vom Einflusse des Willens. Er sagte 1829 zu Eckermann:„Ich kann aus meinem eigenen Leben ein Factum erzählen, wo ich bei einem Faulfieber der Ansteckung unvermeidlich ausgesetzt war und wo ich ‚bloss durch einen entschiedenen Willen die Krankheit von mır abwehrte.“ Wann? Während der Campagne?