Der Blutsturz von 1830.
Blut, welches bei seinem achtzigjährigen Alter viel sagen will. Die grosse Geschicklichkeit seines Arztes, des Hofrath Vogel, verbunden mit seiner unvergleichlichen Natur, haben jedoch auch diesmal gesiegt, SOdass er mit raschen Schritten seiner Genesung entgegengeht, schon wieder den besten Appetit zeigt und auch die ganze Nacht wieder schläft.“
Die Angabe, dass Goethe sechs Pfund Blut verloren habe, dürfte übertrieben sein, denn das ginge an die Grenze der Verblutung, und die rasche Erholung des Greises würde nicht verständlich sein. Blutverluste werden gewöhnlich überschätzt, theils wegen der Aufregung der Leute, theils wegen der starken Färbekraft des Blutes, die Wasser und etwas Blut in einem Gefässe als reines Blut erscheinen lässt. Vogel sagt denn auch nur, bei dem„Lungenblutsturze“ seien etwa 2 Pfund Blut durch Aderlässe entzogen worden,„nachdem schon zuvor das bis zum Ersticken stromweise aus den geborstenen, bedeutenden Blutgefässen durch den Mund fliessende Blut ein tiefes und weites Waschbecken halb angefüllt hatte.“ Vor dem Aderlasse habe der Puls nur 50 mal in der Minute geschlagen und „eine wahre Holzhärte“ gezeigt.
Woher kam das Blut? Wir stehen hier wieder vor ähnlichen Schwierigkeiten wie bei der Leipziger Blutung. Es wird sich wohl, wie damals schon bemerkt wurde, um eine Blutung aus dem alten Krankheit-Herde in der Lunge gehandelt haben.
Dass die Aufregung und die Blutung zufällig zuwird man nicht annehmen
sammengetroffen seien,