Gewohnheiten und Neigungen.
keit. Gesicht, Geruch, Geschmack und Gefühl seien bis zum Tode sehr fein und scharf geblieben. Der alte Goethe hatte nie Kopfschmerzen, er erfreute sich eines guten Schlafes. Gewöhnlich schlummerte er den Tag über einigemal auf kurze Zeit und dann abends von 9 Uhr an, ohne leicht vor fünf Uhr wieder munter zu werden. Habe er den Kopf voll gehabt, so sei er zuweilen nachts erwacht und habe dann seinen Gedanken nachgehangen. Schlechter Schlaf ohne solche Veranlassung habe ihn ungehalten gemacht, und dann habe es sich meist um Stuhlverstopfung gehandelt. Von Arzneimitteln habe Goethe das Bilsenkraut-Extract geliebt, weil es ihm erquicklichen Schlaf mit ergötzlichen Träumen verschaffte. Er scheint überhaupt viel medicinirt zu haben. Den häufigen Verdauungstörungen habe man täglich mit Pillen aus Asa foetida, Rharbarber und Jalappenseife, sowie durch Clystire begegnet. Alle Mittel wirkten schon in kleinen Dosen. In den letzten 6 Jahren sei Goethe gesünder gewesen, weil Vogel seinem eigenmächtigen Mediciniren ein Ende gemacht habe. So habe Goethe, weil der Kreuzbrunnen ihm einige male gut bekommen, davon Jahr aus Jahr ein täglich getrunken, im Jahre über 400 Flaschen. In den letzten Lebensjahren seien wegen des Mangels an ausgiebiger Körperbewegung„Vollblütigkeiten, welche starke künstliche Blutentleerungen, Aderlässe, von Zeit zu Zeit dringend erheischten“, eingetreten. Als besondere Eigenthümlichkeiten Goethes erwähnt Vogel noch, dass er eingeschlossene Zimmerluft liebte, wie Schiller den Geruch faulender Aepfel,