Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1904) Schopenhauer
Entstehung
Seite
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‚Die Reisen und der Aufenthalt in Berlin. 181831.

hinausgeworfen. Diese Person verklagte ihn, wurde zunächst abgewiesen, appellirte dann, behauptete, durch Schopenhauers Zugreifen krank geworden zu sein, und erstritt schliesslich ein Urtheil, das ihr un­begreiflicherweise den Eid zuschob, und durch das Schopenhauer gezwungen wurde, ihr, so lange wie sie lebte, eine Rente zu zahlen. Inzwischen aber war es Schopenhauer gelungen, die Schuld des 1819 zahlungs­unfähig gewordenen Danziger Hauses an ihn einzu­treiben. Damit fiel der Grund weg, der ihn bewogen hatte, sich um eine Universität- Stellung zu bemühen. Er wandte daher Berlin den Rücken und reiste am 27. Mai 1822 zunächst nach der Schweiz und dann wieder nach Italien. Er blieb in Florenz, erwarb im Umgange mit Fremden Menschenkenntniss und be­fand sich wohl, wie aus einigen erhaltenen Briefen hervorgeht. Im Mai 1823 kam er nach München. Am 21. März 1824 schrieb er an seinen Freund Osann: Vor einem Jahre kam ich hierher, und etwa 6 Wochen darauf, als ich weiter wollte, fing eine Verkettung von Krankheiten an... ich habe den ganzen Winter in der Stube zugebracht und sehr gelitten. Seit einem Monat bin ich hergestellt, aber noch so nervenschwach, dass ich vor Zittern der Hände, erst jetzt Ihren Brief und zwar mit vieler Mühe beantworten kann, mich matt dahinschleppe und bei Tage einschlafe: dabei ist das rechte Ohr ganz taub. Allen diesen Uebeln soll das berühmte Bad Gastein in Süd-Oesterreich abhelfen

. nach der Badekur muss ich hierher zurück, werde mich aber in diesem Höllenklima dann nicht wieder