Schopenhauers Person.
ist immerhin etwas auffallend. Ob im weiteren Leben Schopenhauers in Frankfurt längere Steigerungen der Verstimmung vorgekommen sind, das scheint, wegen Mangels an Nachrichten, nicht auszumachen zu sein.
Die eigentliche Angst hat sich wahrscheinlich in den späteren Lebensjahren verloren, eine andauernde Aengstlichkeit scheint aber immer vorhanden gewesen zu sein. Gwinner sagt:„Entstand in der Nacht Lärm, so fuhr er vom Bette auf und griff nach Degen und Pistolen, die er beständig geladen hatte. Auch wenn keine besondere Erregung eintrat, trug er eine fortwährende innere Sorglichkeit in sich, die ihn Gefahren sehen und suchen liess, wo keine waren. Sie vergrösserte ihm die kleinste Widerwärtigkeit ins Unendliche und erschwerte ihm vollends den Verkehr mit den Menschen. Seine Werthsachen hielt er dergestalt versteckt, dass trotz der lateinischen Anweisung, die sein Testament dazu gab, Einzelnes nur mit Mühe zu finden war. Keine Aufzeichnung, die sein Vermögen und seine häusliche Oekonomie betraf, vertraute er der Landessprache an; er führte sein Rechnungsbuch englisch und bediente sich bei wichtigen Geschäftsnotizen des Lateinischen und Griechischen. Um sich vor Dieben zu schützen, wählte er täuschende Aufschriften, verwahrte seine Werthpapiere als Arcana medica, die Zinsabschnitte besonders in alten Briefen und Notenheften, und sein Gold unter dem Tintenfasse im Schreibpult. Nie vertraute er sich dem Scheermesser eines Barbiers an; auch führte er stets ein ledernes Schiffchen bei sich, um beim Wassertrinken in öffentlichen