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| Die einsamen Jahre in Frankfurt. 1831—47.
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ze 7] | Lokalen nicht der Ansteckung preisgegeben zu sein. Die Spitzen und Köpfe seiner Tabakspfeifen nahm er nach jedesmaligem Gebrauche unter Verschluss. Aus Furcht vor dem Scheintode verordnete er, dass seine Leiche über die gewöhnliche Zeit hinaus offen beigesetzt werden sollte. In Vertragsverhältnissen fürchtete er in der Regel betrogen zu werden.“ Seit 1836 wohnte er wegen der grösseren Sicherheit gegen Feuersgefahr stets im Erdgeschosse. Schopenhauer weist gelegentlich selbst auf seine andauernde Aengstlichkeit hin, auf das Gefühl: jetzt kommt’s.
Am 15. Juli 1832 siedelte Schopenhauer versuchsweise nach Mannheim über. Er blieb da ein Jahr lang mit Arbeiten und Plänen verschiedener Art beschäftigt, kehrte aber im Juli 1833 nach Frankfurt zurück, um da‘ bis zum Ende zu bleiben. Als er im Begriffe war, Mannheim zu verlassen, überkam ihn (nach Gwinner) ohne alle äussere Veranlassung ein unsägliches Angstgefühl. Im Jahre 1834 fasste er den Entschluss, seinem Hauptwerke einen Ergänzungsband hinzuzufügen. Im Jahre 1828 hatte er zum ersten Male bei Brockhaus nach dem Absatze seines Werkes gefragt. Er hatte die Antwort erhalten, es seien noch 150 Exemplare da, wie viele verkauft seien, lasse sich nicht angeben, da vor mehreren Jahren eine bedeutende Anzahl makulirt worden sei, der Absatz sei„sehr unbedeutend“ gewesen. Nun fragte er zum zweiten Male an. Es hiess, in neuerer Zeit sei nach dem Werke leider gar keine Nachfrage gewesen, man habe deshalb die Vorräthe grösstentheils zu Makulatur gemacht