Schopenhauers Person.
an mir keinen Patrioten erzogen“, und seine Strafpredigten gegen das deutsche Publikum haben eine solide Unterlage.„Die Indignation quollihm aus allen Poren“, und er konnte sich schliesslich im Wettern gegen die Philosophie-Professoren nicht mehr genug thun. Wenn es dem Leser nach Quantität und Qualität manchmal zu viel wird, so muss er bedenken, was vorausgegangen war. Zweckmässig im gewöhnlichen Sinne des Wortes war freilich sein Schimpfen nicht, denn es erboste die Leute von der Universität aufs höchste und hinderte thatsächlich das Fortschreiten seiner Lehre.*)
*) Es ist ein starkes Stück, wenn Kuno Fischer schreibt:
„Der Verfasser[Schopenhauer] blieb von der Wahnidee beherrscht, dass die Philosophieprofessoren eine neidische, wider ihn und seinen Ruhm verschworene Clique bildeten,“...„das Märchen von der Verschwörung der Philosophieprofessoren wider ihn, woran er steif und fest glaubte“ u. s. w. Nun, dass die Professoren auf dem Rütli zusammen gekommen seien und da die Hand zum Schwure erhoben haben, das hat Schopenhauer nicht gemeint. Dass eine stillschweigende Uebereinkunft bestand, ihn todtzuschweigen, das hat er geglaubt, und so war es auch. Wir haben es erlebt. Als ich studirte, war als Compendium die Geschichte der Philosophie von Schwegler allgemein verbreitet. Ich besitze noch die 7. Auflage von 1870. Dieser würdige Historiker erwähnt Schopenhauer nicht mit einer Silbe und dabei widmet er dem Jacobi ein ganzes Kapitel, bespricht Fichte, Herbart, Schelling, ehe. er zu seinem summus philosophus, dem Hegel gelangt. So war es fast überall noch 1870, d. h. 10 Jahre nach Schopenhauers Tode!(In den späteren Auflagen des Schwegler’schen Buches ist der vortreffliche R. v. Koeber Schopenhauer gerecht geworden.) Im Jahre 1836 fand Frauenstädt, nachdem er Schopenhauers Namen nach 3 jährigem Studium weder in seinen vielen philosophischen Collegien, noch sonst gehört hatte, zufällig eine Notiz über Schopenhauer in der Encyclopädie von