Bemerkungen über Schopenhauers Lehre.
folgender. Die Lichtstrahlen dringen durch die Hornhaut in das Auge, werden gebrochen, auf der Netzhaut entsteht ein verkleinertes umgekehrtes Bild des Gegenstandes. In der Netzhaut entwickeln sich dabei chemische Veränderungen, diese bewirken die Erregung der Sehnerven, über deren Natur man nichts weiss, und die Erregung pflanzt sich durch den Tractus opticus, das Mittelhirn zur Rinde des Hinterhauptlappens im Grosshirn fort. Hier, in einem Theile dieser Gehirnrinde, müssen irgendwelche, vielleicht chemische Veränderungen vor sich gehen, und während dieser Rinden-Veränderung sehen wir, d. h. vor uns steht die Jeuchtende farbige Welt in den drei Dimensionen des Raumes. Nun möge einmal jemand den seelischen Vorgang aus dem materiellen erklären! Was man darüber hört, von Projectionen u. s. w., das ist zumeist nur ein Gemisch. physiologischer und psychologischer Ausdrücke, bei dem einem das Denken vergeht. Auch Schopenhauers Erörterungen(im 21. 8 der 4fachen Wurzel und in der Abhandlung über das Sehen und die Farben), so scharfsinnig sie sind, leiden am gleichen Fehler. Er spricht immer von der Empfindung in der Netzhaut, die dann durch die Function des Gehirns verändert werde. Aber während des Vorganges in der Netzhaut und in den Nerven bestehen höchst wahrscheinlich gar keine individuell-seelischen Zustände. Schopenhauer sagt, die Retina besitze die Fähigkeit, die Richtung des in sie eindringenden Lichtstrahls unmittelbar zu empfinden. Was soll man bei solchen und ähnlichen Sätzen denken? Noch toller ist, dass