נהרו חכמים
No. 195, v. 12—14.
VEREHRTER HERR!
Sie haben mit einer mich wahrhaft rührenden Theilnahme die Liebe zur Wissenschaft in mir geweckt. Sie haben mich mit stets gleicher Freundlichkeit unterwiesen und mir die Schätze Ihrer kostbaren Bibliothek, durch Ihre handschriftlichen Bemerkungen wesentlich bereichert, zugänglich gemacht. Ich fühlte mich bei Ihnen jederzeit heimisch, würde aber ein Unrecht begehen, wollte ich nicht in dieser Beziehung auch Ihrer edlen Gattin gedenken, die durch ihr geistvolles und. herzgewinnendes Wesen Ihr hochgeschätztes Haus mir stets so angenehm machte.
Sie werden es natürlich finden, dass ich Ihnen heute mit den innigsten Wünschen nahe. Tiefempfundene Dankbarkeit führt mich zu Ihnen. Ich glaube, sie nicht besser bethätigen zu können, als wenn ich die”erste grössere Frucht meiner Studien Ihnen mit der Bitte vorlege, dass Sie ihr dieselbe wohlwollende Beurtheilung und dieselbe Nachsicht schenken mögen, die Sie mir liebreich gönnen.
Zugleich bin ich beauftragt, Ihnen die Betheiligung des Herrn Professor Dr. David Kaufmann an dieser Ausgabe, nämlich die Durchsicht und Uebersetzung des arabischen Textes, als eine Huldigung
zu bezeichnen, ‚die er zum heutigen Tage dem gefeierten Jubelereise darbringt. Vereint mit ihm wünsche ich, dass Ihnen die Frische,
deren Sie sich zu erfreuen haben, noch viele Jahre hi durch, zur Bereicherung der Wissenschaft, die Ihnen so Vieles verdankt, im
Kreise der werthen Ihrigen beschieden sein möge. Gott erhalte Sie!
Ihr Sie dankbar verehrender
Jacob Egers.
Berlin, den 30. März 1886.