Nro. 3 2. Præſent. den 1. Juni, 1674.
Durchlaͤuchtigſter Churfüͤrſt/ Allergnaͤdigſter Herꝛ.
Er. Churfl. Durchl. ſeynd meine gehorſamſte und unterthaͤnigſte Dienſte in Treu und ſchuldigſter devotion jederzeit bevor/ und iſt nunmehro vonundencklichen Jahren in üblicher Oblervantz geweſen/ daß zu dem Baw der Fehr⸗Belliniſchen ſchadhafften Drücken/ die nothduͤrfftige Materialien aus unſern/ denen Salderiſchen/ Holtzungen gegeben werden muͤſſen/ Da entgegen haben die von Saldern freyen pasl. und repasl über ſolche Brücke/ nebſt Wagen und Pferden/ zu genieſſen/ iſt auch alſo jederzeit gehalten worden. 1
Dem ungeachtet hat ſich itziger Zollverwalter/ Herz Johann Schneider/ mehr denn einmal unterſtanden/ von meinen Leuten/ ſo in meinen eigenen Geſchaͤfften anhero nach Berlin geſchickt/ von Pferde und Wagen den gewoͤhnlichen Zoll zu fordern und zu nehmen/ fie auch keinesweges ohn entgeltlich palliren laſſen wollen/ viel leicht zu dem Ende/ damit uno& alter interveniente contrario actu ſolche alte Freyheit und Gewohnheit möge interrumpiret werden.
Wie ich nun hierzu pro defenfione juris mei nicht kan ſtille ſchweigen/ oder dem Herꝛn Zollverwalter connivendo etwas einräumen. Alſo bitte ich unterthaͤnigſt Ew. Churfuͤrſtl. Durchl. geruhen mir ſo gnaͤdigſt zu erſcheinen und dem gemeldten Zollverwalter zu Fehr Bellin/ Herꝛn Johann Schneidern/ ernſtl. und gnaͤdigſt anzubefehlen/ daß er dem alten Herkommen ſich gemäß verhalten/ und mich und die meinigen nebſt Pferde und Wagen unbehindert/ ohne Abſtattung des Zolles über die Brücken daſelbſt pas und repaslıren laſſen/ auch die zur ungebuͤhr gehobene Gelder/ nach angelegter Rechnung reſtituiren und wieder von ſich geben ſolle. 110 Getroͤſte mich hierauff allergnaͤdigſte Erhoͤrung beharꝛlichſt
eibende.
„Churfuͤrſtl. Durchl.
Ew Churfürſe Durchl. und Pflichtgehorſamſter
Hans Siegfried von Salder. D 4 No. 33.