Teil eines Werkes 
1 (1901) Nähere Umgegend Berlins
Entstehung
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8. Nach Strausberg.

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erhalten, am besten am Ende der Berliner Straße, die den Ort von O. nach W. durchschneidet. Von dieser Straße führt die Bürgermeisterstraße r. am Markt vorbei zur Kirche; schrägüber erblickt man durch die Grünstraße den Pulverturm.

Die Marienkirche, dreischiffige Hallenkirche mit viertem Schiff an der Nordseite (an dieser ein Rundbogenportal von dem 1341 in Granitquadern vollendeten älteren Bau) wurde nach einem Brande um das Ende des XV. Jahrh. in Backsteinen ausgebaut und bedeutend erweitert, 184546 gleichzeitig mit dem dürftigen Neubau des Turmes von Manger restauriert. Sehenswert ist das Innere.

Langhaus: an einem Pfeiler des Mittelschiffes Tafel zum An­denken an die Aufbahrung Gustav Adolfs am 17. Dez. 1632. Unter dem Triumphbogen Kruzifix mit Maria und Johannes von 1520; 1. am Pfeiler Steinrelief ,Christus am Ölberg', darüber kleines Holzrelief, ,Geißelung Christi' von 1501. Hoher Chor: T aufstein (ebenso wie die Kanzel) in guter Spätrenaissance von 1606. Trefflicher got. Hoch­altar mit reichem Schnitzwerk: im Mittelschrein Krönung Mariä; in den Seitenflügeln Heiligenstatuen in drei Reihen übereinander; auf der Rückseite 64 Gemälde. L. am Altar Sakramentshäuschen von 1519 mit kunstvollem got. Eisenbeschlag an der Innenthür. Im Chor­umgang zahlreiche Gemälde, meist Gedenktafeln, bes. zu beachten die für den Ratsherrn Bellinger und ein sog. Lukas Kranach. In der Sakristei (n.) auf gewundenem Pfeifer ruhende Kreuzgewölbe.

Weiter w. durch die Mühlenstraße zum ehern. Mühlen­thor, vor dem das Kriegerdenkmal steht. Nach S. und N. zieht sich von hier die auf den Wällen angelegte schattige Promenade hin. An der Wandlitzer Chaussee r. das Georgenhospital mit netter got. Kapelle, von den Hussiten verwüstet, 1872 restauriert.

Auf der gen. Chaussee nach (3 km) Rest. Waldhüter am Anfang des Waldes, nach weiteren 4 km r. ab nach m Fh. Liepnit z (S. 52; i ganzen 2V4 St. vom Bahnhof). Liepnitzsee u. Lanke s. Teil III.

8. Nach Strausberg.

Vorortverkehr der Ostbahn. Fahrpreise von Bhf Friedrich- straße: bis K aulsdorf 30 u. 20 Pf., M ahlsdorf 45 u. 30 Pf., H oppegarten 55 u. 35 Pf-, Neuenhagen 60 u. 40 Pf, Fredersdorf 75 u. 50 Pf., Strausberg 1 Mk. u. 65 Pf. Die Vorort- und Fernzüge sollen demnächst über Kietz-Rummelsburg (S. 69), dann auf neuer Linie nach Kaulsdorf gehen, während Stat. Lichtenberg-Friedrichsfelde Endpunkt der Stadtzüge wird.

Die Bahn zweigt bei (6,3 km) Stralau-Rummelsburg (S. 11) von der Schlesischen 1. ab, geht an Friedrichsberg (1.) vorbei und erreicht dann den Nordrand des Spreethals.

8,7 km Lichtenberg-Friedrichsfelde (Erfr.), im Kreise Nieder-Barnim; großer Rangierbahnhof.

Hier beginnt die Wriezener Bahn (Fernverkehr; Fahrpreise von Bhf Friedrichstraße nach Werneuchen 2,00, 1,40, R. 3,00, 2,00 M.). 1 km Friedhof Friedrichsfelde , Armenkirchhof und Begräbnisplatz für alle Konfessionen, 1881 eröffnet; schöne Kapelle mit unterirdischer Leichenhalle; in dem weithin sichtbaren Kuppelbau eine Urnenhalle