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15. Die Stadl Potsdam.
dankbare Vaterstadt“ 1845 ein von Kiß entworfenes B ronze- standbild. An der Ostseite des Platzes der schöne Neubau der Oberpostdirektion (Postamt), 1893—1900 nach Plänen Hackers im Rokokostil aufgeführt; an der Fassade der Porträtkopf Stephans und die Wappen der zur Oberpostdirektion gehörenden Städte.
Westl. vom Wilhelmsplatze, Hoditzstr. 8, das Geburtshaus Herrn, von Helmholtz’ (1824-94; vgl. S. 4) mit Tafel und Reliefbild.
Nö. vom Wilhelmsplatz liegen am Bassinplatz, in dessen Mitte sich ein irrtümlich „Tabakskollegium“ genannter Pavillon befindet, im O. der Kuppelbau der franz. Kirche von Knobelsdorff; im W. in Gestalt eines griech. Kreuzes mit Apsis die 1867—70 von Salzenberg erbaute kath. Kirche.
Nördl. vom Wilhelmsplatz geht die Nauener Straße (Pferdebahn bis zur Alleestraße S. 112) vorbei an dem sog. holländ. Viertel (r.), einer von Friedrich d Gr. vollendeten Schöpfung seines Vaters, zu dem unter jenem durch Büring umgebauten Nauener Thor mit zwei Rundtürmen. In der Nähe r., in der Kommunikation, das Viktoriagymnasium ; I., in der Mauerstraße, das L andgericht mit Bildnissen der Hohenzollern. Jenseit des Thores beginnt die Nauener Vorstadt, ein schönes Villenviertel.
Vom Endpunkt der Pferdebahn führt r. die Alleestraße zum Neuen Garten (S. 109), gradeaus die Kapellenbergstraße zum Pfingstberg (S. 111); unterhalb des letzteren (r.), in der Gr. Weinmeister- straße, die 1894 geweihte s chöne Pfingstkapelle mit dem Pfingsthause (Waisenhaus für Knaben) und, in der Albrechtstraße, ein neuer Bau für die Kaiserin Augusta-Stiftung, die von Charlottenburg (S. 1) hierher verlegt werden soll. — L. vom Endpunkt der Pferdebahn geht eine Straße, die sich bald als schöner W eg durch die neuen Anlagen fortsetzt, an der Kaserne des 3. Garde-Ulanenregiments (1.), dem Garnison- lazarett und der Kaserne des 1. Garde-Ulanenregiments (r.) vorbei, in 20 Min. nach Sanssouci (S. 120).
Westl. vom Bassinplatz, gegenüber der kath. Kirche (s. oben), beginnt die Brandenburger Straße (Pferdebahn nach Charlottenhof zu, s. S. 112). L. von ihr, Waisenstr. 19—21, das von Schinkel 1823—24 erbaute Kasino. Den Ab- schluß bildet das in Form eines röm. Triumphbogens 1770 von Unger und Gontard geschaffene Brandenburger Thor. Auf dem vor ihm liegenden Luisenplatze eine reiche Fontänenanlage von Hesse. Von hier gelangt man halbl. (Luisenstraße) durch die Brandenburger Vorstadt in 15 Min. zur Stat. Charlottenhof (S. 101; vorher, am Endpunkt der Pferdebahn, 1. zur Fähre nach dem Tornow, vgl. S. 121). Nördl. davon, zwischen Heinrich- und Margarethenstraße, die Erlöserkirche , 1897 in frühgot. Formen aus rotem Backstein nach Plänen Möckels erbaut.
Jenseit der Station Charlottenhof geht die Luisenstraße als Brandenburger Chaussee an einem stattlichen Proviantamt und an