63
Kalikapital bildet, eine Erscheinung,. die in der Düngebedürftigkeit der Böden ihre praktische Bestätigung findet.
b) Schwere, undurchlässige Böden finden wir überall dort, wo Ton unter Geschiebelehm liegt. Besonders schwer sind die reinen Tonböden. Es besteht hier jedoch ein wesentlicher Unterschied zwischen dem tertiären und dem diluvialen Ton. Während die tertiären Tone untätige, zähe und kaltgründige Standorte abgeben, die nach Möglichkeit in Grünland gelegt werden, bilden die diluvialen Tonböden bei sachgemäßer Bearbeitung— vor allem/ bei Umbruch vor Winter— dankbare Ackerflächen. Ihre leidliche Bearbeitbarkeit ist zweifellos auf den feinverteilten natürlichen Kalkgehalt zurückzuführen. Ähnliches gilt auch von den alluvialen kalkhaltigen Tonen am Rödliner See, die sich im wesentlichen aus Abschlämmprodukten der angrenzenden tertiären und glazialen Böden zusammensetzen und einer Bank aus diluvialem Ton auflagern. Die Krume ist hier gut humos und mit sandigen Bestandteilen vermischt, so daß man auch hier von einem guten Ackerboden sprechen kann.
c) Die Sandböden dieses Gebietes geben fast durchweg arme Standorte ab. Am besten sind sie im Zuge der Endmoräne, deren Reichtum an verwitternden Geschieben einen gewissen Mineralstoffvorrat gewährleistet. Auch zeigen sie hier vielfach lehmige Einlagerungen. Diese Flächen unterliegen jedoch zum größten Teil der forstlichen Nutzung.
Im Bereich der Grundmoräne sind die Sande in den oberen Horizonten meist fein gekörnt und mit kleinen Kiesen mehr oder minder:stark durchsetzt. Vereinzelt zeigt sich die Krume schwach verlehmt. Im Untergrunde finden sich dann vielfach sehr durchlässige grobkörnige Sande und Kiese, die den Wasserhaushalt des Bodens ungünstig gestalten. Sehr verschieden ausgebildet sind die Sandböden im Nordwesten von Blatt Stargard, wo feinkörnige Sande, gröbere kiesige und anlehmige Flächen dicht nebeneinander vorkommen. Günstiger liegen die Verhältnisse da, wo der Geschiebelehm im Untergrunde ansteht. Da aber die Mächtigkeit der Sanddecke in unserem Gebiet sehr wechselt, läßt sich nur von Fall zu Fall entscheiden, ob solche Flächen in landwirtschaftlicher Hinsicht als Lehm- oder als Sandboden anzusprechen sind. Die flächenmäßig unbedeutenden alluvialen Sande am Rödliner See sind ihrer humosen Rinde und des günstigen Grundwasserstandes wegen schon zu den besseren Bodenlagen zu zählen. Die übrigen alluvialen Böden, die unbedingtes Grünland darstellen und nur im Bereich des Blattes Neustrelitz einen nennenswerten Flächenanteil einnehmen, werden zur Vermeidung von Wiederholungen im nächsten_ Abschnitt behandelt werden.