Teil eines Werkes 
[Neue Nr. 3346] (1937) Schönerlinde : geologische Karte / geogn. bearb. durch Th. Schmierer ..
Entstehung
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Staubecken

Ein Vergleich des neuen Blattes mit der alten Karte zeigt die sehr erheblichen Änderungen in der Auffassung der diluvialen Ablagerungen. Ausgehend von der Erkenntnis, daß die Aufschüttungen der jüngsten (Weichsel-) Vereisung in unserem Gebiet eine Mächtigkeit von min­destens 20 bis 30 m besitzen, und daß, abgesehen von der Wirkung des Windes, die Denudation verhältnismäßig gering ist, können wir die heutigen Landschaftsformen im großen und ganzen als jungglazial betrachten und dementsprechend deuten. Die weitausgedehnten Flächen,

die auf der alten Karte als> bezeichnet worden sind, umfassen die

verschiedensten Bildungen, die aber sämtlich dem Jungglazial an­gehören: Hochflächensande, Oser und andere damit in Zusammenhang stehende subglaziale Sande, Sander, Tal- und Beckensande. Die früher sehr gekünstelt alsUnterer Geschiebemergel gedeuteten Vorkommen sind durchweg zumOberen Geschiebemergel gezogen worden, da Erosionsprofile nirgends nachweisbar waren, meist sogar ein unmittel­barer Zusammenhang zwischen den verschiedenaltrig aufgefaßten Ge­schiebemergelflächen besteht.

I. Staubecken

Den größten Teil des Blattes muß im letzten Stadium der glazialen Entwicklung ein Toteisgebiet umfaßt haben. Zu diesem gehören auch weite Flächen der Nachbarblätter Oranienburg, Wandlitz und Bernau, soweit sie der Barnim-Hochfläche angehören. Charakteristisch sind weite Grundmoränenebenen, in die zahlreiche Becken mit vielfach wenig scharfen Rändern eingesenkt sind. Trotzdem müssen diese als solche aufgefaßt werden, da die geschiebearmen bis geschiebefreien Sande, die sie erfüllen, deutlich in Terrassenform abgelagert sind. Beim Abschmelzen löste sich das Toteis in der verwickeltsten Weise in zahl­reiche, schließlich mehr oder weniger isolierte Lappen und Inseln auf, zwischen denen sich die Schmelzwasser stauten. Sie kamen erst in einem späteren Stadium teilweise zum Abfluß. Derartige Toteis-Stau­becken bildeten sich am Summter und am Mühlenbecker See, die selbst Reste solcher Staubecken darstellen. Von diesen beiden, heute in Verlandung befindlichen Seen bestand ein zweifacher Abfluß über Mühlenbeck in das spät vom Eis geräumte Kindelgebiet. Beim Aufstau wirkte ein südlich von Summt zur Ausbildung gelangter lokaler End­moränenlobus mit, dessen Fortsetzung nach W durch das ausgedehnte Dünengebiet zwischen Bergfelde und Birkenwerder verhüllt ist. Eine Fortsetzung dieser Stillstandslage des Eisrandes finden wir erst wieder jenseits von Oranienburg in,der Endmoräne zwischen Neuendorf und Linde bei Löwenberg.

Ein weiterer beckenartiger Aufstau im Toteisgebiet läßt sich west­lich Mühlenbeck, bei Bergfelde und Schönfließ nachweisen. Auch hier