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Tertiär 5
II. Tertiär
Tertiäre Schichten treten auf beiden Seiten der Oder auch an der Oberfläche auf. Sie sind bei Flemsdorf und Hohen-, kränig Gegenstand bergbaulicher Unternehmungen gewesen. Wegen der verwickelten Lagerungsverhältnisse und der geringen Güte der Braunkohlen stellten sie sich aber als nicht rentabel heraus, obwohl bei Flemsdorf drei etwa 4—5. Fuß mächtige Flöze und ebenso bei Hohenkränig mehrfach Flöze bis 5 Fuß Mächtigkeit angetroffen wurden. Die Beobachtungen über. Tage haben über den gegenseitigen Schichtenverband der einzelnen petrographisch verschiedenartig entwickelten Glieder des Tertiärs keine Auskunft gegeben; es sind also auch hier für ihre Altersverhältnisse die Beobachtungen in der Umgegend von Freienwalde maßgebend.
Auf Blatt Schwedt wurden beobachtet: Dunkelgraue Tonmergel, braunviolette, schiefrige Tone, Glimmersande, teilweise formsandartig, mit Braunkohlen, und Kiessande.
Die dunkelgrauen Tonmergel(om%) führen- zahlreiche Konkretionen, die sogenannten Septarien, und Gipsrosetten. Durch die in ihnen beobachteten Versteinerungen, Leda Deshayesiana und Aturia sp., erweisen sie sich als mitteloligozän, als ein Äquivalent des innerhalb der Mark verbreiteten „Septarientones‘“. Die Versteinerungen haben sich nur in den Tongruben der Niedersaathener Ziegelei gefunden. Nach der petrographischen Ähnlichkeit gehört hierzu jedoch auch eine ganze Anzahl einzelner Punkte bei Niedersaathen und nördlich Raduhn, ebenso auf der anderen Oderseite in der Ziegelei zu Niederlandin und nördlich des großen HEisenbahneinschnittes zwischen Heinersdorf und Niederlandin; auch wurde in demselben- Stollen, in welchem die Kreide angetroffen wurde, der gleiche Tonmergel gefunden.
Noch verbreiteter sind die Glimmersande und Quarzkiese, die offenbar in Wechsellagerung miteinander verknüpft sind. An einzelnen Stellen enthalten die Glimmersande braune, noch feinsandigere Lagen und sogar Schmitzen eines glimmerreichen braunen Tones; in den Quarzkiesen sind bei Hohenkränig Braunkohlenschmitzen beobachtet.
Ein wesentlicher Teil dieser Schichtenfolge ist, wie dies neuerdings vor allem bei Freienwalde nachgewiesen ist1), pliozänen Alters. Charakteristisch ist ein gewisser Kaolingehalt, ferner verschieden gefärbte Quarze, vor allem bläuliche, sowie verkieselte Silurfossilien.
1) Vgl. vor allem: K. Hucke: Zur Verbreitung des Pliocäns in Norddeutschland,— Jb. Pr, Geol, L,-A. 49(1928), S. 413—426. Berlin 1929.