Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 28, Blatt 60 [Neue Nr. 2951] (1936) Schwedt : geologische Karte / geogn. bearb. durch Th. Schmierer ..
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Tertiär 5

II. Tertiär

Tertiäre Schichten treten auf beiden Seiten der Oder auch an der Oberfläche auf. Sie sind bei Flemsdorf und Hohen-, kränig Gegenstand bergbaulicher Unternehmungen gewesen. Wegen der verwickelten Lagerungsverhältnisse und der ge­ringen Güte der Braunkohlen stellten sie sich aber als nicht rentabel heraus, obwohl bei Flemsdorf drei etwa 45. Fuß mächtige Flöze und ebenso bei Hohenkränig mehrfach Flöze bis 5 Fuß Mächtigkeit angetroffen wurden. Die Beobachtungen über. Tage haben über den gegenseitigen Schichtenverband der einzelnen petrographisch verschiedenartig entwickelten Glieder des Tertiärs keine Auskunft gegeben; es sind also auch hier für ihre Altersverhältnisse die Beobachtungen in der Umgegend von Freienwalde maßgebend.

Auf Blatt Schwedt wurden beobachtet: Dunkelgraue Ton­mergel, braunviolette, schiefrige Tone, Glimmersande, teilweise formsandartig, mit Braunkohlen, und Kiessande.

Die dunkelgrauen Tonmergel(om%) führen- zahlreiche Konkretionen, die sogenannten Septarien, und Gipsrosetten. Durch die in ihnen beobachteten Versteinerungen, Leda Des­hayesiana und Aturia sp., erweisen sie sich als mitteloligo­zän, als ein Äquivalent des innerhalb der Mark verbreiteten Septarientones. Die Versteinerungen haben sich nur in den Tongruben der Niedersaathener Ziegelei gefunden. Nach der petrographischen Ähnlichkeit gehört hierzu jedoch auch eine ganze Anzahl einzelner Punkte bei Niedersaathen und nördlich Raduhn, ebenso auf der anderen Oderseite in der Ziegelei zu Niederlandin und nördlich des großen HEisenbahn­einschnittes zwischen Heinersdorf und Niederlandin; auch wurde in demselben- Stollen, in welchem die Kreide angetroffen wurde, der gleiche Tonmergel gefunden.

Noch verbreiteter sind die Glimmersande und Quarz­kiese, die offenbar in Wechsellagerung miteinander verknüpft sind. An einzelnen Stellen enthalten die Glimmersande braune, noch feinsandigere Lagen und sogar Schmitzen eines glimmer­reichen braunen Tones; in den Quarzkiesen sind bei Hohen­kränig Braunkohlenschmitzen beobachtet.

Ein wesentlicher Teil dieser Schichtenfolge ist, wie dies neuerdings vor allem bei Freienwalde nachgewiesen ist1), plio­zänen Alters. Charakteristisch ist ein gewisser Kaolingehalt, ferner verschieden gefärbte Quarze, vor allem bläuliche, sowie verkieselte Silurfossilien.

1) Vgl. vor allem: K. Hucke: Zur Verbreitung des Pliocäns in Nord­deutschland, Jb. Pr, Geol, L,-A. 49(1928), S. 413426. Berlin 1929.