Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
Entstehung
Seite
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20 Blatt Hohenbocka

5. Die Gruben Kristall und Weigelt zeigen beide Glassand unter Ceschiebemenzet mit örtlicher Zwischenlagerung eines wenig mächtigen Flözes,

6. Die Glassandgrube Else zeigt in ihrem westlichen Teile Glassand mit Geschiebemergeldecke ohne Kohle. Nach Osten hin legt sich dazwischen) ein Flöz, welches an Mächtigkeit so zunimmt, daß sich ein ziemlichbeträchtlicher Braunkohlenbergbau entwickelt hat. Unter dem mächtigeren Teile des Flözes besitzt der Glassand nur noch eine ganz geringe unbauwürdige Mächtigkeit. Über dem Flöz liegt 0,11 m brauner Geschiebelehm und darauf lagert 14 m gelber Sand, der zum Teil kiesig ist und Geschiebe führt.

Eine weitere Grube ist in neuerer Zeit ‚etwa mittewegs zwischen Leippe und Hohenbocka aufgeschlossen worden. Dieses Vorkommen liegt in dem gefalteten Braunkohlengebirge südlich Johannistal und offenbar in einer ganz anderen geologischen Position als der Glassand von Hohetn­bocka. Des Vorkommens der gleichen Glassande unter dem Flöz im Tagebau Erika ist bereits gedacht worden.

Der letzte Punkt, an dem auf unserm Blatte Glassand ausgebeutet worden ist, liegt unmittelbar westlich Torno in einer jetzt wieder bis oben mit Wasser erfüllten Grube. Auch hier war durch Bohrungen festgestellt worden, daß der Glassand unter dem Unterflöz liegt, welches im Süden und Westen des Awufschlusses in geringer Entfernung von ihm unter der dünnen Diluvialdecke fast zu Tage ausstreicht..

DerGlassand geht nach unten unmerklich über in Sande von gelber, helil- und dunkelbrauner oder rötlicher Farbe, die technisch für reinweiße Gläser nicht mehr verwertbar sind, Glimmer führen und eine Menge von kolloidalem Humus enthalten, stellenwieise auch recht reich an Eisensulfat sind. Diese Sande bilden den Sockel der alten Glassand-Düne, der wahr­scheinlich ständig im Grundwasser lag. Der Glassandzug Koschenberg­Hosena setzt sich in der Richtung nach Guteborn fort und ist auch in diesem westlichen Teile auf dem benachbarten Blatt Ruhland in mehreren Gruben aufgeschlossen. Diese sind dadurch bemerkenswert, daß in ihnen der Sand vielfach durch ein kieseliges Bindemittel zu einem harten Sand­stein verkittet ist, der durch Sprengarbeit gewonnen werden muß.Die Körner dieses Sandsteins haben zum Teil spiegelnde Flächen, so. daß dieser Sandstein mit Recht als Kristall-Sandstein bezeichnet werder kann. Er ist dadurch außerordentlich leicht kenntlich und seine Verfolgung in Lese­stücken im Walde hat vielfach zur Feststellung der Verbreitung des Glas­sandes beigetragen.

Solche zu Sandstein verkitteten Glassande finden sich auch auf unserm Blatte an mehreren Stellen. In der Fabian-Grube war der Sandhorizont horizontal geschichtet und schräg durchschnitten von braunen Sandstein­bänken, und in der Südecke des westlichen Zipfels der Grube fanden sich bis 2 m mächtige Verkittungen des Sandes zu einem mürben Sandstein, in dem ein bewurzelter Baumstumpf aufrecht stand(Abbildung 6). Die besten Aufschlüsse von Glassandstein lieferte ein Förderbahneinschnitt im östlichen Teile des Tagebaus Erika, durch welchen die oben beschriebene Glassand-Düne ‚durchschnitten wurde. Hier bildet der Glassandstein in mehreren Metern Mächtigkeit den Kern der Düne, ist aber nicht so hart