Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
Entstehung
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unterzogen, durch welche etwa vorhandene geringe organische Bei­mengungen und etwaige Glimmerblättchen beseitigt werden. Der völlig farblose Kaliglimmer, der in unserm Tertiär in so großen Mengen auftritt, ist nämlich trotz seiner hellen Farbe ein äußerst schädlicher Gemeng­teil für Sande, die zur Herstellung reinweißer Gläser dienen sollen, da er eine erhebliche Menge an Kieselsäure gebundenen Eisens enthält... Der gewaschene Glassand hat ein außerordentlich großes Absatzgebiet weit über die Grenzen Deutschlands hinaus und wurde früher für Qualitäts­gläser bis nach. Amerika versandt.;;

4. Die Braunkohle

Von den beiden Flözen der Niederlausitz kommt auf Blatt Hohenbocka nur das Unterflöz vor. Dabei ist abzusehen von ‚der bereits in der Ein­leitung dieses Abschnitts besprochenen. flözreichen Entwicklung der gefalteten Braunkohlenformation in dem Zuge JohannistalNeukollm Hoyerswerda. Das Unterflöz ist unter dem größten-Teile unseres Blattes verbreitet und die Grenzen seiner Verbreitung sind ‚durch mehr als 1000 Bohrungen festgestellt. Mit Hilfe derselben war es möglich, nicht nur die Grenzen des Flözes in der Karte einzutragen, sondern auch die Gestalt seiner Oberfläche und damit seine Lagerung durch. Schichtlinien der Flözoberfläche von 5 zu 5 m in größeren Flözpartien in der Nordhälfte und im südwestlichen Viertel des Blattes zum Ausdruck zu bringen. Das Material für diese Konstruktion wurde von den Direktionen: dern. Gruben Erika(Ilse B. A.) und Wiednitz (Heye II) in entgegenkommender Weise zur Verfügung gestellt. Nach diesen Feststellungen finden sich die höchsten Erhebungen des Unterflözes 1500 m nordöstlich von Grünewald mit 135 m Seehöhe, während es seine tiefste Lage mit 75 m in der Nordostecke des Blattes erreicht. Das Gefälle ist demnach von Süden nach Norden, bezw. von Südwesten nach Nordosten gerichtet. Das Flöz, welches zur Zeit seiner Entstehung|das ganze Blattgebiet mit Ausnahme der älteren Gesteinsinseln und vielleicht des gefalteten Braunkohlengebirges gleich­mäßig überkleidete, ist durch spätere Erosion, vor allem während des Pliocäns und beim, Herannahen des ersten Inlandeises weitgehend zerstört und in eine Anzahl von Einzelflächen aufgelöst worden. Die Flächen, unter denen das Flöz dadurch verschwand, haben zum größten Teil die Form von sich ‚verzweigenden Tälern. und. würden als solche erscheinen, wenn.man sich ‚die sie ‚auskleidenden diluvialen Bildungen wieder entfernt denkt. Der Bergmann der Lausitz bezeichnet diese Erscheinungen! als Auswaschungen. Wir können auf unserm Blatt. zwei Hauptauswaschungen und verschiedene kleinere deutlich unterscheiden.. Die eine beginnt. bei den Kolonien Erika und Lautawerk und verläuft in 34 km Breite über Leippe. nach Bernsdorf ; zwischen Wiednitz und Grünewald vereinigt sie. sich am Südrande des Blattes mit einer zweiten Auswaschung, die von dort nach Norden über Hohenbocka , Hosena und dem Koschenberg ver­läuft. Letzterer mit seiner Umgebung hat natürlich immer als feste Insel. aus dem Braunkohlenmoor emporgeragt. Bei Groß Koschen mündet in diese Auswaschung eine von Osten kommende, die über Geierswalde und Tätzschwitz verläuft, im allgemeinen nur 100300 m breit ist und sich nur bei Geierswalde auf etwa 1300 m verbreitert. Kohlenfrei ist ferner die