Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
Entstehung
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Geologischer Bau 27

dem Gesagten ausgeschlossen, tektonische Störungen liegen in keiner. Weise vor; es bleibt nur die Möglichkeit, daß es sich hier um fossile Erdbeben­spalten'handelt, die im Augenblick ihres Entstehens sich füllten und dann sofort wieder schlossen. Es liegt, nahe, an vulkanische Erdbeben zıu denken, welche die Eruption der miocänen Basalte umd Phonolithe der ‚sächsischen Oberlausitz (Löbauer Berg, Landeskrone) begleiteten, ihr vorausgingen. oder ihr folgten.

5. Der hangende Glimmersand

Das jüngste Glied der Braunkohlenformation auf unserm Blatt ist der hangende Glimmersand; er ist ein grauer feiner Quarzsand, dessen ‚einzelne Körner von Staubgröße bis% mm Durchmesser reichen; er enthält sehr viele kleine Blättchen weißen Glimmers(Muscovit), der lagen­artig-angereichert ist, und zahlreiche dünne Bänkchen von sandigen Letten, auf dessen Schichtflächen die weißen Glimmerblättchen in großer Menge liegen. Etwa 10 cm über der Basis dieses Glimmersandes fand sich in Grube Erika stellenweise eine dünne Lage von grauen, bis über walnußgroßen Geröllen. Es sind dies die einzigen größeren Gerölle, die bisher im gesamten Profil der Lausitzer Braunkohlenformation beobachtet worden sind. Dieser hangende Glimmersand, dessen ursprüngliche Mächtigkeit zu 3040 m anzunehmen ist, ist nur noch mit seinen unteren 1012 m in den Tagebauen Heye III und Erika erhalten.

Außer diesen Gesteinen des normalen Profils des Niederlausitzer Miocäns findet sich noch eine Anzahl abweichender Bildungen in dem bereits oben beschriebenen Zuge gefalteten Tertiärs zwıschen Hosena und Leippe und bei Johannistal. Hier lassen sich, in einer Anzahl von Gruben ‚aufgeschlossen, dunkelviolette Schiefertone, die von der früheren Johannis­taler Ziegelei verarbeitet wurden, weiße Glassande, die von der alten Johannistaler Glashütte verarbeitet wurden und westlich Leippe heute wieder in großen Gruben ausgebeutet werden, und hellgelbe feuerfeste Tone, die von der gleichen Unternehmung gewonnen werden, beobachten.

Alle ıdiese Bildungen ‚mit Ausnahme des Glassandes fehlen im ‚Lausitzer Hauptprofil und weisen zusammen mit dem Auftreten des 35 m mächtigen Braunkohlenflözes darauf min, daß wir hier eine besondere fremdartige Schichtenfolge vor uns haben. Die Gesamtmächtigkeit des Miocäns auf unserm Blatt beträgt 5060 m.

Das Diluvium

Am Aufbau des Diluviums auf Blatt Hohenbocka sind Ablagerungen aller drei für Norddeutschland angenommenen Eiszeiten und solche der ‚älteren Zwischeneiszeit beteiligt. Zwar hat das letzte Inlandeis unser Blatt nicht mehr erreicht, sein Südrand lag vielmehr auf dem Nordrande des angrenzenden Blattes Senftenberg , wohl aber haben die Eisschmelz­wässer ausgedehnte Ablagerungen von Sand im Urstromtal erzeugt, die in der Karte mit grüner Farbe dargestellt und als Talsand bezeichnet sind... Aus der vorletzten Eiszeit, deren Ablagerungen schon auf den im Norden und Nordwesten anstoßenden Blättern Senftenberg und Klettwitz sehr wenig mächtig sind, sind Grundmoränen nicht beobachtet, sondern