Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 5 [Neue Nr. 4050] (1923) Straupitz / bearb. durch F. Kaunhowen
Entstehung
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Die geologischen Verhältnisse des Blattes 13

Eisrandes abgelagert, je weiter davon entfernt, desto feiner wird der Sand. Man hat also dicht vor der Endmoräne scharfe steinig-kiesige Sande, oft mit Kiesnestern, weiter davon entfernt mittel- und schließlich zuweilen feinkörmge Sande.

Die Oberflächenform des Sandersandes ist die vom Eisrande weg sich allmählich senkende Ebene, die schließlich beim Erreichen der die Schmelzwasser sammelnden Täler in die Ablagerungen dieser letzteren übergeht. Oft ist dieser Übergang ein kaum merklicher. Nur in aller­nächster Nähe des alten Eisrandes, bezw. der heutigen Endmoränen wird auch die Sanderoberfläche meist lebhafter. Entweder haben die Schmelz­wasser hier infolge ihrer stärkeren Gewalt von Anfang an Unebenheiten geschaffen, oder es sind in der ebenen Sandfläche Löcher entstanden dadurch, daß vom Eisrande herabgestürzte und ein Stück fortgeführte Eisblöcke übersandeten, später wegschmolzen und damit ihre Sanddecke zum Nachstürzen brachten|

Die Sanderflächen bilden die meist tischplatten Ebenen vor den ver­schiedenen Endmoränenstaffeln, erreichen besonders im westlichen Blatt­teile bedeutende Ausdehnung und gehen hier unmerklich in die Talsande über, die weiter nichts wie nachträglich eingeebnete Sandersande sind. In der Umgebung des Briesener Sees sind auch sie stark verdünt und haben damit ihre ursprüngliche Oberflächenform ganz verloren.

Der größere Teil der Sander ist unter dem Pfluge, wozu u. a. nicht zum wenigsten der namentlich in ihren tieferen Teilen meist höhere Grund­wasserstand beigetragen hat.

Der Obere Kies, 0g, ist vertreten durch Endmoränenkies und hat

denselben Ursprung wie die Endmoränensande, von denen er sich nur durch seine Korngröße höherer Prozentsatz an über 2 mm großen Gemengteilen und meist auch stärkere Geschiebeführung unterscheidet. Er kommt in einigen kleinen Flächen in der Umgebung des Barbas­Sees vor.

Die jungglazialen Ablagerungen der Niederung sind vertreten durch Talsand und Beckensand:

Der Talsand, das, ist ein über größere Strecken ziemlich gleichmäßig ausgebildeter, mittel- oft sogar feinkörniger, bis zu größerer Tiefe kalk­freier Sand, von ähnlicher Gesteinsbeschaffenheit wie der Obere Sand, nur daß seine Gemengteile durch den öfteren Transport in der Regel noch stärker abgerollt und feiner sind als die seiner Ursprungsgesteine(hier zum großen Teile des Sandes der Sanderflächen ). Geschiebe fehlen ihm meist ganz; höchstens finden sich solche dort, wo er an Hochflächensande, z. B. Endmoränensande. stößt. Hoher Grundwasserstand und oft stärkere humose Anreicherung seiner Oberfläche machen ihn für den Ackerbau geeignet, und so sehen wir denn auch den bei weitem größten Teil des Talsandes unter dem Pfluge..\

Der Beckensand, das, ein mittelscharfer bis scharfer Sand mit Geröllen, baut die große Ebene im Norden der Endmoräne auf. Er ist als das Einebnungsprodukt bereits vorhandener Oberer Sande durch die Gewässer des ehemaligen ausgedehnten Stausees hinter der Lieberoser