Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 46, Blatt 25 [Neue Nr. 3452] (1929) Seelow / bearb. durch C. Gagel ..
Entstehung
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Die geologischen Verhältnisse des Blattes 11

Bis zu größerer Tiefe sind diese Bildungen des älteren Diluviums durch eine Bohrung bei der Wasserstation des Bahnhofes Gusow bekannt geworden. Die Bohrung wurde im Grunde eines 14,8 m tiefen Brunnens angesetzt, so daß Bohrproben erst von dieser Tiefe an vorliegen. Es wurden in dieser Bohrung von TIETZE festgestellt:

Von 14,828,6 m weißer, mittelkörniger Sand,

28,630,0 Geschiebemergel mit eingelagerten Bänken kiesigen Sandes, 30,035,7 grauer, feiner Sand,

35,743,0 weißlichgrauer Geschiebemergel,

43,060,0 weißlichgrauer, feiner Sand mit vielen Braunkohlenstückchen, 60,061,6 grauer, mittel- bis grobkörniger Sand,

61,664,94 graubrauner, toniger Geschiebemergel.

Alle Bildungen sind kalkhaltig.

Auch die tiefsten Schichten einer auf Bahnhof Werbig niedergebrachten Bohrung gehören vielleicht schon dem älteren Diluvium an, doch können sie ebenso gut jungglaziale fluviatile Ablagerungen darstellen. Dort wurde gefunden:

Von 0 9 m schlickhaltige Bildungen,

% 9-25 feiner Sand, 2531,5 grober Kies.

Die Lagerungsverhältnisse dieser verschiedenartigen Bildungen sind im allgemeinen derart, daß der ältere Geschiebemergel das tiefste überhaupt auftretende Niveau einnimmt, und daß sich die Sande, Kiese und Tone zwischen ihm und dem. in großen Decken die Hochfläche überkleidenden . jüngeren Geschiebemergel einschieben.

Der ältere Geschiebemergel(dm) findet sich an drei verschiedenen Punkten, nämlich 1. am Südrand des Blattes, östlich von Bahnhof Dolgelin, 2. zwischen Bahnhof Seelow und dem Dorf Werbig, und 3. in einer insel­artig die Sande der ‚obersten Talstufe durchragenden Fläche westlich von Bahnhof Gusow. Das eigentümliche Auftreten des Geschiebemergels in zwei, 5 km voneinander ‚entfernten Gebieten des Talrandes läßt darauf schließen, daß seine Oberfläche innerhalb des Blattes Seelow eine flache Mulde bildet, deren tiefster Teil in der Gegend von Ludwigslust liegt, während ihre Flügel bei Neu-Werbig ‚und westlich von Bahnhof Dolgelin über das Talniveau emporragen. Nicht an der Oberfläche, aber in geringer Tiefe unter ihr lagert unter einer Bedeckung von Talkies derselbe Geschiebe­mergel unter der Sandinsel, auf der die Gusower Zuckerfabrik liegt. Sein Auftreten an dieser Stelle. entspricht vielleicht einem dritten Sattel, so daß das Dorf Gusow abermals über einer Mulde des älteren Mergels liegen würde. Über das Streichen dieser Mulden, d.h. über die Lage der Mulden­achsen läßt sich Näheres nicht mitteilen.

Der Geschiebemergel ist ein ungeschichtetes Gebilde, das aus großen und kleinen Steinen, Kies, Sand und Ton in innigster Vermengung zu­sammengesetzt ist. Bezeichnend für ihn ist ein Kalkgehalt, der gewöhnlich 812°%, beträgt. Dieser Kalkgehalt fand sich ursprünglich in der ganzen Masse des Gesteins, ist aber heute nur da zu beobachten, wo künstliche Auf­schlüsse das Innere der Mergelbank freigelegt haben. Wo er in natürlicher Lagerung die Oberfläche bedeckt, ist der Kalkgehalt bis zu wechselnder Tiefe ausgelaugt und der Geschiebe mergel dadurch in Geschiebelehm