8 Oberflächengestalt und geologischer Bau des weiteren Gebietes
feld über Lübben, Luckenwalde nach Genthin. Heute zeigt dieses Tal in einzelnen Teilen rückläufiges Gefälle, das vielleicht durch säkulare Hebungen und Senkungen erzeugt sein kann. Die Staubecken bei Luckau und Drebkau gehören in das älteste Stadium dieses Tales, als ein Abfluß nach W durch Bodenschwellen noch gehindert war.
Mit vereinzelten Unterbrechungen zog sich das Eis nach N zur nächsten Stillstandslage auf der Barnim-Hochfläche zurück. Dieser Moränenzug wird als Frankfurter Stadium bezeichnet. Von ihm geht eine kräftige Sanderentwicklung aus, so geht z. B. ein Sander auf dem Blatte Schönerlinde allmählich nach Süden in die Talsande des Panketales über. Das Abflußtal für die Schmelzwässer der Frankfurter Eisrandlage ist das Warschau-Berliner Urstromtal, das, von Warschau kommend, der Warthe folgt und dann in das Obra-Bruch übergeht. Es verläuft dann weiter über Fürstenwalde— Berlin—Havelberg. Die Gefällsverhältnisse sind in diesem Urstromtale auch nicht einheitlich, jedoch wesentlich ausgeglichener als im Baruther Tal.
Nördlich. hiervon schließt sich die Eisrandlage des Pommerschen Stadiums an, das auch als„Innere Baltische Endmoräne“ bezeichnet wird. Diese gut ausgeprägte Endmoränenstaffel sehen wir bei Liepe—Chorin—Joachimsthal. Die aus dieser Endmoräne ausfließenden Wassermassen wurden vom Eberswalder Urstromtale abgeleitet. Dieses Tal vereinigt sich im Rhin-Luch mit dem Berliner Urstromtale.
In der weiteren Umgebung Berlins sehen wir demnach in dem Großabschnitt der Weichselvereisung drei größere Stillstandslagen des Eises, die durch Endmoränen und Sanderausflüsse gekennzeichnet sind. Die Umgebung des Berliner Aufnahmegebietes liegt demnach zwischen den Eisrandlagen des Brandenburger Stadiums und des Frankfurter Stadiums.
Anzeichen einer Endmoräne, die allerdings isoliert. ist, hat da
gegen der Höhenzug: Potsdam—Saarmund—Stücken, von ihm. fließt.
ein Sandergebiet nach Südwesten aus, das sich später mit dem Beelitzer Sander vereinigt. Auch der Bogen von Niederlehme scheint ein solches isoliertes Endmoränenstück zu sein, das sich westlich des Zeuthener Sees am Rande der Teltow-Hochfläche von Königs-Wusterhausen über Eichwalde nach N weiter fortsetzt. Die Müggelberge sind gleichfalls als Endmoräne angesprochen worden, sie haben einen Sander im Vorlande, der bis zum Müggelsee reicht. Bei der Entstehung dieses Höhenzuges mögen Aufpressungen mitgewirkt haben, da er in der nordwest
lichen Fortsetzung der Soldaten- und der Rauhenschen Berge von
Fürstenwalde liegt. Sehr charakteristisch. heben sich die Oser in der Landschaft ab.
Sie sind schmale, langgestreckte Rücken, die mitunter bajonettförmig.