10 Oberflächenformen, hydrographische Verhältnisse
Tälern fortsetzen. Nur so ist es zu erklären, daß sich die Rinnen auch in den Urstromtälern erhalten konnten, ohne von den Sandmassen ausgefüllt. zu werden(P. WoLDSTEDT, 1923, 1925 und 1926).
Die Rinnen und Seenketten sind in den meisten Fällen radial zur Bewegungsrichtung des Eises angeordnet. Häufig treffen Systeme von Rinnen spitzwinklig aufeinander, wie z. B. bei Ferch am Schwielowsee und bei Wildau am Ostrande der Teltow-Hochfläche. Einzelne Rinnen kommen von der Barnim-Hochfläche, setzen sich in der gleichen Richtung im Urstromtale fort und sind dann z. T. wieder in die TeltowHochfläche eingeschnitten. So kommt z. B. eine Rinne von Lübars, verläuft durch den Tegeler See und die Havelseenkette über Potsdam bis zum Schwielowsee. Eine andere Rinne beginnt bei Ahrensfelde, folgt dem heutigen Wuhletale über Köpenick, geht dann durch den Langen See und den Zeuthener See weit nach S bis Motzen.
Die Hochflächen werden von der Grundmoräne gebildet. Sie sind im großen und ganzen flach gewellt, hie und da treten Hügel auf, dazwischen liegen abflußlose Niederungen.
B. Oberflächenformen, hydrographische Verhältnisse' und geologischer Bau des Gebietes
Die in morphologischer und geologischer Hinsicht reich gegliederte Umgebung Berlins wird in ihren Grundzügen durch Endmoränen, Grundmoränenlandschaften und tief eingeschnittene Täler bedingt. Die höchste Erhebung der Berliner Kernstadt ist der Kreuzberg mit 66,1 m Höhe; er ist dem Nordrande der Teltow-Hochfläche aufgesetzt. Die Teltow-Hochfläche selbst hat eine mittlere Höhe von 45 m über NN. Die Barnim-Hochfläche steigt dagegen allmählich von S nach N x an, ihr Südrand liegt etwa 45 m hoch, sie erreicht in der Nordostecke# des Blattes Friedrichsfelde Höhen von 78 m. Die bedeutendste Höhe E wird in den isoliert liegenden Müggelbergen mit 114,7 m erreicht. Die 2 tiefsten Punkte des Aufnahmegebietes sind in der Spreeniederung zu 2 finden. Die Spree tritt in einer Höhe von 32,4 m im Müggelsee von 0 4 her in das Blatt Köpenick ein und verläßt den Westrand des Blattes Berlin-Nord in einer Höhenlage von 31,0 m.
Die geologische Aufnahme wurde zunächst in den noch freien Geländeteilen der Außenstadt durchgeführt. Auf den Hochflächen herrscht hier rege landwirtschaftliche Nutzung, da der Boden mit geringen Ausnahmen sehr fruchtbar ist. Auch die Rieselfelder liegen hier, das Gelände ist in terrassenförmig den Unebenheiten angepaßten Rieselgärten eingeteilt. Die Abtragung und Aufschüttung ist gering, sie brauchte