Teil eines Werkes 
1837 = [Neue Nr. 3446] (1937) Berlin-Nord : [geologische Karte] / geolog. und agronom. für die 2. Aufl. bearb. durch C. Dietz ; unter Benutzung der Aufnahme von G. Berendt vom Jahre 1881/82 für die bebauten Gebiete
Entstehung
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12 Hochflächen

Gebiet eisfrei geworden war. Durch Nachsinken des überlagernden Erdreiches wurden die Hohlformen gebildet. Heute sammelt sich in ihnen das Niederschlagswasser an, von den umliegenden Hängen wird Erdreich in diese Löcher gespült, ihr Boden ist daher in den meisten Fällen mit Abschlämmassen ausgekleidet. Da der Untergrund aus un­durchlässigem Geschiebemergel besteht, verlanden einige Pfuhle im Laufe der Zeit mit moorigen. Bildungen, wie z. B. der Katzenpfuhl bei Rudow. Aüch im übrigen Teile der Hochfläche sind diese Sölle vor­handen, sie können im einzelnen nicht aufgezählt werden, ihre Ver­teilung ist aus der Karte ersichtlich.

Von der Hochfläche aus mündet bei Rudow ein Fließ in das Spree­tal, dessen Entstehung als subglaziale Rinne unverkennbar ist. Sie zieht sich vom Rangsdorfer See über Glasow, Klein- und Groß­Ziethen nach Rudow. Zum größten Teile ist die Rinne mit Torf aus­gefüllt. An der Einmündung in das Urstromtal wird der Hochflächen­rand stark verwaschen. Isolierte Geschiebemergelflächen liegen fast im Niveau des Talsandes, so daß es schwer ist, eine genaue Abgrenzung zu treffen. Bei Buckow ist der Rand wieder deutlich, er steigt nach Neukölln zu immer mehr an. Bis Britz steht im Hochflächenrande der Geschiebemergel an, er zieht sich stellenweise noch ein Stück unter den Talsand des Urstromtales. Vom Buschkrug ab tritt in den Körner­schen Sandgruben der Untere Sand am Talrande aus. Der Sand wird hier sehr mächtig, er greift weiter im N in der Hasenheide bis auf die Hochfläche hinauf. Bei Neukölln sind in diesen Sandschichten die Funde der bekannten Rixdorfer Fauna gemacht worden. Die untere Bank des Geschiebemergels der jüngeren Vereisung wurde beim Bau der Untergrundbahn am Bahnhof Neukölln und im Zuge der Belle-Alliance-Straße im Bezirk Kreuzberg freigelegt. Der Sand mit der Rixdorfer Fauna zieht sich in schmalem Ausstrich im Hochflächen­rande weiter entlang und schwillt am Kreuzberge nochmals zu größerer Mächtigkeit an, er wird hier von einigen"Tonbänken durchzogen. Dann verläuft der Talrand weiter über den Bhf. Großgörschenstraße nach. Schöneberg, an seinem Fuße streicht weiterhin der Untere Sand aus.

Mit nordwest-südöstlichem Verlauf stoßen im Urstromtale einige Dünenzüge in der Hasenheide und.am Kreuzberg spitzwinklig gegen den Rand der Hochfläche. Diese Dünen sind bei der Bebauung völlig. eingeebnet worden.

Vom Blatte Lichtenrade zieht sich ‚ein Os in Teilstücken vom Boelkensberge und dem Weinberge kommend in süd-nördlicher Rich­tung noch eben über den Rand des Blattes Berlin-Süd. Dieser Os hat die charakteristische lange, schmale Form, er tritt als Wall in der Landschaft hervor. In mehreren Aufschlüssen sind die gut ge­schichteten Sande und Kiese mit Zwischenlagen von Geschiebemergel­bänken zu beobachten. Einige Sölle begleiten den Oszug.