Teil eines Werkes 
1837 = [Neue Nr. 3446] (1937) Berlin-Nord : [geologische Karte] / geolog. und agronom. für die 2. Aufl. bearb. durch C. Dietz ; unter Benutzung der Aufnahme von G. Berendt vom Jahre 1881/82 für die bebauten Gebiete
Entstehung
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Teltow-Hochfläche 13

In großen Gruben wird Sand und Kies auf der Teltow-Hoch­fläche gewonnen. Der größte Abbau liegt im. Querweg, südöstlich von Buckow. Die kiesigen Sande führen zahlreiche gut erhaltene Exemplare von Paludina diluviana KunTH. Sie sind hier auf sekundärer Lager­stätte angehäuft, ihnen fehlt die Epidermis. In dem östlichen Auf­schluß steht über dem Sand der Geschiebemergel:an, auch die tiefere Bank. des Geschiebemergels ist hier freigelegt, so daß eine Mächtigkeit des dazwischen liegenden Sandes von 12 m vorhanden ist. Obgleich diese Sande in das Niveau des Rixdorfer Horizontes gehören, sind bis­her noch keine Reste der Fauna gefunden worden.

Eine große Sandgrube ist in Steglitz östlich vom Ehrenmal vor­handen; auch hier liegt Geschiebemergel über dem Sande. Östlich hier­von kommt man zu dem Rauhen Berge von Mariendorf. In der hier liegenden großen Sandgrube wurde während der Zeit der geologischen Aufnahme gearbeitet. Sie zeigte ein für Berlin seltenes Profil. Die Höhe des. Rauhen Berges wird von einer dünnen Schicht Geschiebe­mergel bedeckt, nach S nimmt die Mächtigkeit ständig zu. Darunter folgt dann kiesstreifiger Sand mit Resten der Rixdorfer Fauna. In 12 m Tiefe wird dieser Sand von einer 30 cm mächtigen Bank eines echten; ‚aus Faulschlammsanden mit Pflanzen bestehenden Inter­glazials unterlagert. Es handelt sich hier um das Interglazial II zwischen der Saale- und der Weichseleiszeit. Hierunter folgt dann wieder Sand. In der Südwand des Aufschlusses stand die tiefere Bank des Geschiebemergels an. Dieser Geschiebemergel ist schwarz, er ent­hält größtenteils aufgearbeitetes Interglazial mit grobkiesigen Ein­lagerungen.

Sandgebiete mit kiesiger Bestreuung sind auf der Teltow-Hochfläche hier und da vorhanden, so ist der Höhenzug südlich Marienfelde stark. mit kiesigem Material bestreut. Da er zum größten Teil in den Riesel­feldern liegt, ist seine.‚Oberkrume durch Einebnung verändert. Auch westlich der Landstraße von Britz nach Buckow sind die flachen Rücken mit grobem Material bestreut.

Einen besonderen Hinweis verdienen die Rinnen auf dieser Hoch­fläche. Neben der schon beschriebenen Rinne GlasowRudow durch­zieht ein ganzes Rinnensystem vom Bäketal in Lichterfelde aus den mittleren Teil des Blattes Berlin-Süd bis Britz. Der Teltowkanal folgt diesen perlschnurartig angelegten Rinnen, bei seinem: Bau wurden sie größtenteils entwässert. Die Rinnen sind stellenweise mit Abschlämm­massen ausgefüllt, aber zum ‚größten Teil enthalten sie noch tief­gründige Torflager, die zumeist mit Abschlämmassen überdeckt und somit der direkten Beobachtung entzogen sind. Vom Westrande- des Blattes zieht sich die Hauptrinne durch den Steglitzer Stadtpark, dann dem Teltowkanal folgend über Südende nach Lankwitz. Hier nimmt. sie eine aus SW kommende Rinne auf. An der Gasanstalt Mariendorf gabelt sich die Hauptrinne. Ihr südlicher Teil geht in zusammen­