Teil eines Werkes 
1837 = [Neue Nr. 3446] (1937) Berlin-Nord : [geologische Karte] / geolog. und agronom. für die 2. Aufl. bearb. durch C. Dietz ; unter Benutzung der Aufnahme von G. Berendt vom Jahre 1881/82 für die bebauten Gebiete
Entstehung
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Diluvium 31

sand des Urstromtales wurden Funde dieser Fauna gemacht. Neuer­dings hat W. O0. DiETrRICH(1932) diesen Horizont eingehend auf seine Fossilführung untersucht, er kommt durch den Erhaltungszustand zu dem Schluß, daß die Knochenreste aus moorigen Schichten stammen und durch eine Umlagerung in die Sande des Rixdorfer Niveaus ein­gebettet wurden. Ob daher diesem Rixdorfer Horizont eine selbständige Stellung als Interglazial zukommt, ist fraglich.

Der tiefere Geschiebemergel ist nur noch lückenhaft vorhanden, die Sande des Rixdorfer Horizontes liegen in vielen Fällen, wie aus den Schnitten ersichtlich ist, auf den Sanden der vorhergehenden Saale­eiszeit. Die Abgrenzung wurde dann in den Schnitten so vorgenommen, daß die linsenförmigen Vorkommen des tieferen Geschiebemergels horizontal miteinander verbunden wurden.

Oberer Sand(ös). Unter diesem Namen sind alle diluvialen Sandstufen zusammengefaßt, die gleichzeitig mit oder nach dem Ge­schiebemergel zur Ablagerung gelangten. Je nach den Bildungs­bedingungen sind diese Sande fein-, mittel- oder grobkörnig. Diese Sande sind durchweg kalkhaltig, nur an der Oberfläche sind sie durch äußere Einflüsse entkalkt. Die Entkalkungsgrenze liegt bei den Sanden wesentlich tiefer als beim Geschiebemergel, da die. Verwitterung leichter in den Boden eindringen konnte. Der Obere Sand überlagert den Geschiebemergel in der Grundmoränenlandschaft flächenhaft, die Mächtigkeit bis zu 2 m und darüber hinaus ist in den Karten getrennt dargestellt. Die Endmoränen bestehen vorwiegend aus steinig­kiesigen Sanden und zeigen namentlich an ‚der Oberfläche stets eine starke Geschiebeführung. Zu den Oberen Sanden gehören die Sander(ösa). Diese bestehen aus schwach.kiesigen Sanden, denen fast überall kleinere Geschiebe beigemengt sind. Mitunter liegen größere Geschiebe(bis Kopfgröße) auf der Oberfläche verstreut, die von den aus den Endmoränengebieten abströmenden Schmelzwassern hier abgelagert worden sind. Auch die wallartigen Höhenrücken der Oser(öso) sind zum Oberen Sand zu rechnen. Sie bestehen vorwiegend aus geschichteten kiesstreifigen Sanden, denen größere Blöcke ein-, gelagert sind. Dieses zeigen deutlich die Aufschlüsse in den Oszügen von Ahrensfelde und Groß-Ziethen. Als jüngste Ablagerungen des Oberen Sandes sind die Beckensande(das) und die Talsande (das und Öası) zu nennen, die den breiten Boden des Spreetales und des Panketales ausfüllen. Diese Sande haben ein mittelscharfes, gleichmäßiges Korn.

Die Mächtigkeit des Oberen Sandes schwankt sehr. In den End­moränengebieten sind zweifellos die größten Mächtigkeiten vorhanden, z. B. bestehen die Müggelberge bis zur Talniederung hinunter nur aus Kiesen und Sanden dieser Stufe. Das gleiche gilt von den Osern. Weniger mächtig sind die Sandersande; sie füllen Unebenheiten des