82 3. Von Berlin über Luckenwalde nach Jüterbog.
Gustav Adolfs (jetzt Rentamt); l., mit der Abtei zusammenhängend und gleich ihr mit Ziergiebeln versehen, die Vogtei mit Halseisen an der SO.-Ecke (Polizeigefängnis); r. das Siechenhaus (Pfarrei).
An das Kloster schliesst sich der gleichnamige Flecken (Schwarzer Adler ; 1400 E.) an, gegründet 1764 von Friedrich d. Gr., der Oberlausitzer Weberfamilien hier ansiedelte. Noch heute bewahrt der Ort seinen Koloniecharakter. Auf dem Markte ein kleines Standbild des Königs. — 20 Min südl., jenseit der Militärbahn, Rest. Hauschtekslust; 35 Min. weiter, jenseit der Dahmer Bahn, das Zinnaer Tor in Jüterbog (S. 34).
63 km Jüterbog. — Ga sth .: Bergschmidts Hot., mit Garten, Pferdestr.; Solomons Hot. u. Löwe, am Markt; nahe dem Bahnhof zwei bescheidene Gasth., z. Ü. — Rest.: Bahnhof; Ratskeller; Hohenzollern- garten (S. 34). — Post: Bahnhof und Mönchenstr. — Pferdebahn: vom Bahnhof nach der Zinnaer Vorstadt , 10 Pf. —Droschke: in die Stadt 50 Pf., mehrere Pers. je 40 Pf.
Dem Staatsbahnhof gegenüber (w.) liegen die Kasernen des Artillerieschiessplatzes (S. 34) und, 10 Min. n. (Übergang über die Bahn) der Militärbahnhof (8, 27). — Etwas n. vom Staatsbahnhof oberhalb der Bahnhof der Kleinbahn nach Dahme ( S. 28), an der Lucken- walder Chaussee n. von der Stadt eine Haltestelle derselben Bahn.
Jüterbog (wend. jutre = Morgen, bog = Gott), freundliche, ihrer alten Baudenkmäler wegen sehr besuchens- werte Stadt mit 7408 Einw., liegt an der auf dem nahen Fläming (S. 27) bei Dennewitz entspringenden Nuthe. Vom hochgelegenen Bahnhof durch die Vorstadt Damm, die eine selbständige Gemeinde bildet, bis zum Dammtor '/a St. Des Ausblickes auf den turmreichen, von Wiesen umgebenen Ort wegen empfiehlt sich auch der Weg l. von der Chaussee unter den Weinbergen, dann halbr. über die Wiese und durch die Triftstrasse zum Zinnaer Tor; — oder der Weg auf den Bergen bis zu einem Denkmal für die 1870/71 in J. gestorbenen franz. Gefangenen sowie einem zweiten für die nach der Schlacht bei Dennewitz hier in den Lazaretten
g estorbenen Krieger, dann hinab in die Mitte der Zinnaer Vorstadt (beide Wege etwa. s k St.)
Erzbischof Wichmann von Magdeburg, der Albrecht d. Bären bei der Eroberung von Brandenburg unterstützt und sich des Wendengebietes bis Baruth bemächtigt hatte, legte neben dem schon 1007 erwähnten J. und dem ö. davon befindlichen Wendensitze (jetzt Neumarkt) die deutsche Dammvorstadt an. Die Stadt, die 1174 von ihm magdeburg. Recht erhielt und aus der die Wenden bald verschwanden, blieb bis 1635 beim Erzstifte, wurde dann sächsisch und kam 1815 an Preussen. 1478 legte ein Brand den grössten Teil derselben in Asche. Tetzels Auftreten, der im Okt. 1517 aus Berlin hierher kam, veranlasste Luther zum Anschlägen der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg (S. 40). 1611 verhandelten hier Johann Sigismund und Christian II. von Sachsen über die Jülichsche Erbschaft (kursächs. Wappen und Inschrift am Hause Pferdestr. 21). Unsäglich hatte J. im 30jähr. Kriege zu leiden, da es auf den nicht