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Wahrnehmen, der bei der breiigen Konsistenz des Gehirnes noch keinen Gedanken aufkommen läßt. Ans diese Stelle (biaüom scb'inocbo scbel liuoü rotes) legen wir die Tetrilin sekel roscb, gleichsam als künstliches Gehirn mit Gedankeninhalt in Wechselwirkung zu den Tebiiin scbel jach die wir an das
Herz legen. Dieser menschliche Gedanken- und Gesühlsapparat, der kleinere, "Opi genannt, der von der Stirnhöhe aus beginnt und mit dem Herzen schließt ist aber in einen höher liegenden und tiefer hinabreichenden (H'IX) eingekastelt, dessen Höhepunkt, der Scheitel (IsNH), einer entgegengesetzten Sphäre, dem HX, dem sogenannten Unbewußten oder vielmehr dem Nichtich des Or Hoclmjim (s. oben R. Chaim ben Atar) angehört. Hier verschwindet der Zahlwerth der Individualität in dem Anschluß des Individuums an die Gesammtheit. Der dritte Balschem, R. Israel Friedmann von RoLan (1797-—1860), hat dies in einer geistreichen Anlehnung an Psalm 87 gestreift. Dort heißt es: „Ich erwähnte Rahab (Aegppten) und Babel vor meinen Bekannten; da ist auch Phönizien und Tyrus mit Nubien, Mancher (Beachtenswerthe) ist dort geboren.
Aber bei Zion wird von jedem Einzelnen gesprochen — --Der Ewige
zählt in der Schrift der Völker: Der ist dort geboren." Dazu bemerkt er: Die Ziffernschrift der Völker besteht aus Einsern und aus Nullen. Die Ersteren bedeuten wenig, die Letzteren gar nichts. Wenn aber die Nullen sich an die Einser anschließen, so wird eine große Zahl daraus,- in welcher jedes einzelne Individuum seinen Werth wiedererlangt.
Ebenso wie beim Heere das einzelne Individuum mit seinen materiellen und geistigen Reichthümern in der Gesammtheit als bloße Kopfzahl verschwindet, so verflüchtigt sich das Individuelle mit seiner Gedanken- und Gefühlwelt im Anschlüsse an das Nichtich, in dessen Händen jene zu einem von Meisterhand gebauten und gelenkten Apparate herabsinkt. Das Dichterwort, daß sich die Seele den Körper baut, ist nämlich nur ein versprengter Gedankenblitz aus einem System, welches klar und tief zuerst R. Mose Chaim Luzzato enwickelt hat. Der ganze so ungemein komplizirte Apparat der peripherischen und Zentralnervensysteme wird von einem aus einer Zeit und Raum beherrschenden und überspringenden Sphäre stammenden Faktor geleitet. Eine wirkliche intuitive Anschauung dieser beiden Pole des physischen Lebens, kann, wie bei R. Chaim ben Atar bereits citirt, nur von einem dritten Punkte aus, dein zwischen beiden Endpunkten liegenden Aeguator, gewonnen werden. Das ist die eigentliche Bedeutung des Wortes von blosne seriell, dem Gleichgewicht, der voll
ständigen Harmonie der Scelenkräfte, beherrscht durch das Zünglein an der Waage. Raba bar bar Chana nennt das in seinen Ägadoth in Baba batra den Punkt, an welchem Himmel und Erde Küsse tauschen, wo exoterisches und esoterisches Seelenleben sich vereinigt.
Die unbestreitbaren Existenzkundgebungen dieses letzteren finden wir im Thierreiche, wie ja unser erster Segensspruch ">12^ sich aus den
Instinkt des Vogels bezieht, der die Nachtwende anzeigt. Ebenso ermahnt der Prophet Jeremia 8,7: „Auch der Storch kennt am Himmel seine Perioden, und Taube, Schwalbe und Kranich hüten die Zeit ihres Kommens, und mein Volk sollte die Leitung oes Ewigen nicht kennen?"
Diese merkwürdigen Erscheinungen eines über Zeit und Raum erhabenen Sinnes hat die moderne Naturwissenschaft vergeblich auf eine durch Erfahrung gewonnene Kenntniß zurückzuführen gesucht uud die unmöglichsten Hypothesen von einer durch Vererbung überlieferten Erfahrung von Tausenden von Vogelgenerationen von Eltern abgeleitet, die den Weg über die Meere noch auf