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R. Jacob Ornstein nahm inzwischen wieder seinen Platz ein. Nach einer Weile kam die Köchin auf ihn zu mit den Worten: Rebbe, Kavalleristen. Der Rabbiner merkte jedoch bald, daß da etwas vorgegangen sein müsse und sagte: Aha, der
Sch—elm hat da was angestellt. Die Chassidim fanden ihn jedoch weniger harmlos, und seine beispiellos destruktive Thätigkeit in Schrift und That in Prag hat selbst den freien S. D. Lnzzato in eine Entrüstung versetzt, die sich in flammenden Worten gegen die Träumereien der Priester (Rapoport und Krochmal waren beide Kohanim) Luft machte. Erst die neueste Forschung hat die böswillige Tendenz der Zerstörungswuth allen Völkern heiliger Alterthumsschätze in ihrer wissenschaftlichen Bodenlosigkeit an den Tag gezogen.
Damals, als der Äpter Raw durch Stryj kam, war ein regnerischer Wintermonat, sodaß der Mond erst in der 17. Nacht sichtbar ward. Der vorgeschriebene , Segensspruch über den Neumond darf nach ^ri erst nach vollen 7 Tagen und , nach Reino nicht später als bis Ablauf des fünfzehnten Tages abgehalten werden.
,/ Erst gelegentlich einer Controverse zwischen R. SaulLandau -Krakan .-M.ld R. Moses s j L-ofer-Preßburg (Resp. 3 zu Or llneimiiwrs im Jahre 1831 stimmte der Letztere, ! k der angesehenste Decisor seiner Zeit, der Ansicht des Elfteren zu einer Verlängerung I c "des Termines auf den 16: zu, während R. Moses Teitelbaum im Resp. Hasebid !
den Termin noch um einen Tag verlängert. Der Rabbiner von Apt ' ließ damals die Pferde in Stryj füttern, und da es die 17. Nacht war, in der sich der Mond das erste Mal blicken ließ, nahm er einen Talmudtractat Sanhedrin zur Hand, um durch Verlesung der betreffenden Vorschrift, die zugleich den Segensspruch enthält, alle Zweifel umgehend, den Segen auszusprechen. Im Nu war die ganze Gemeinde am Platze, der Rabbiner an der Spitze und dessen Schüler R. Ensel, um den Rabbi mit Abzngrufen zu begrüßen, wie einen ungarischen Ministerpräsidenten. Dann ging ein förmlicher Steinhagel auf ihn los; der Rabbiner gab sich jedoch damit nicht zufrieden, sondern erklärte den Rabbi reif für den Bann. R. Abraham Josua Heschel sagte später, daß ihn die Steine weit weniger genirt hätten, als die Androhung des Bannes, denn so wenig ernst er die Pilpulisten auch nahm, so war der Bann, einmal aus dem Munde eines Gelehrten von Rang verhängt, ein , schwer zu verlöschendes Stigma. Da nahte im entscheidenden Momente Hilfe in der Person des Rabbiners Jakob Halpern von Bolechow, der auf die Nachricht von der Durchreise des befreundeten Apter Raw's die vier Meilen znrückgelegt hatte und mit seinem Wagen in die aufgeregte Menge hineinfuhr. Das Bombardement wurde eingestellt, den angreifenden Rabbinern donnerte er ein: Saidas! Achtung, ich bin da! entgegen, wozu er, eine trotz seiner Jugend anerkannte Größe, die Macht besaß, und überzeugte den hitzigen Gelehrten, daß ein derartiges Kapitalverbrechen noch nicht den Bann nach sich zu ziehen brauchte. Derartige Kämpfe wiederholter! sich durch Jahrzehnte so lange, bis die Kämpfenden entweder Chaßidim oder Neologe geworden waren. Das alte Ghetto wurde zwischen den Mühlsteinen zerrieben bis auf die theilnahmslosen untersten Schichten der gänzlich Ungebildeten. So sehr der neuen Organisation die Stärkung durch die Angliederung der gesinnnngs- tüchtigsten Gelehrten nun auch angenehm sein mochte, so erlitt« das eigentliche Programm des R. Israel Balschemtow und seiner ersten Schüler in der dritten und vierten Generation durch die reservate Selbständigkeit der neuen Mitglieder mannigfache Verschiebungen, Veränderungen und Rückfälle. R. Hirsch eröffnete eine neue kabbalistische Schule, im Anschlüsse an die inzwischen verschwundene Brodyer Klans des R. Chaim Zanser und R. Moses Ostraer, die sich in ihrer abgeschiedenen Klause, unbekümmert um die rauhen Eisstürme draußen, eine Art paradiesischen Treibhauses gepflanzt hatten, in welchem die Blumen und Blüthen des 1^ (llmsim mit vereinzelten Früchten gediehen. Der Balschemtow zeigte seinem Schüler R. Dowber, daß