auf die letzte Zeit miterlebt. Ein Onkel des letzteren, der in Nowopole, im Kreise Radom, wohnte, mit Namen R, Mose, zog im Jahre 1760 znm Balschemtow, um, wie er sagte, dort seine Tage zu beschließen. Er war ein Enkel oder Urenkel des ^osskkot,lomtok, des Krakauer Rabbiners Lipman Heller (st. 165 4), und fuhr zu - seinen Verwandten, um sich von ihnen zu verabschieden. Er pflegte ^
NINld zu essen, d. h. die alten Reinheitsgesetze, die während des Tempels Usus waren, beim Genüsse der Speisen zu beobachten, bereitete sich also sein Brod selbst und ließ sich beim Essen von einem Knaben unter 9 Jahren, mit Rücksicht ans eine talmndische Vorschrift, das Essen in den Mund langen. Bei seinem Besuche bei seinem Bruder war dieser Knabe sein Nesse, der erwähnte R. Leibisch, der, damals also 7 oder 8 Jahre alt, etwa 1752 geboren war. Als der „Jnd" einmal durch Nowopole fuhr, beugte er den Kopf durch das Wagenfcnster und sah ein kleines Häuschen ans dem Berge. Da hat ein großer Mann gewohnt, sagte er. Es war das Hänschen dieses R. Mose. Dieser starb in Mcdzibvrz, am Wohnsitze des Balschemtow, am letzten Tage des Pesachfestes 1761, worauf jener sagte: Jetzt wird man auch mich bald zur Ruhe betten, denn dieser R. Mose war s2 (soviel wie „mein Glücksbruder"). Er folgte ihm 6 Wochen später am Schabnotfeste. Den R. Elimelech und dessen Bruder R. Süße lernte R. L. aus dessen Wanderungen kennen, und als er erwachsen war, hatte der erstere (1772) die Oberleitung des Chaßidismns in Händen, die dann ans den Rabbi von Lublin überging (17Ä).
Beim Koziniecer Maggid war R. Leibisch der Erste nach dem Ableben R. Elimelech's (im Jahre 1787), wie bereits erzählt, mit zwei Durchreisenden, svdaß ihnen Dreien der Maggid eigenhändig ein Strohlager bereitete. Damals sagte er am Ereiv Pesach das Auftauchen eines Weltherrschers voraus, der ebenso plötzlich verschwinden werde. Der Rabbi von Lublin verehrte ihn (R. L.) wie einen alten Kollegen, übertrug ihm, wenn er unpäßlich war, die Funktion des Kiddnsch und rühmte in einer Unterredung mit dem seine seltene» Vorzüge. Da er eine
sehr melodische Stimme hatte und als Vorbeter unentgeltlich an den hohen Festtagen in der alten Synagoge zu Krakau funktionirte, ließen ihn die Vorsteher, als er am Versöhnungstage in dem neugegründeten Chaßidimstübel Zete» wollte, mit Polizei ! in die Synagoge vor den 'Älmemor bringen. Sein Sohn R. Simon, der als Musterbild eines vollkommenen Chaßid und als Ideal eines Menschen gelten konnte, starb am letzten Pesachtage 1872.
R. Abraham Josna Heschel pflegte zu sagen, daß er seine Erziehung und seine ganze Geistesrichtung in erster Reihe dem Werke kleMiilat cke8vlmrim (Amsterdam 1740) von R. Mose Chaiin Luzzato zu verdanken habe. Dasselbe ist rein ethischen Inhalts. Von dessen kabbalistischen Schriften hat er nur das Linast Uitairo (Looirinalr gesehen, da die klebrigen erst 1888, wie es scheint, (ans dem Handschriften - Nachlasse des Wilnaer Gaon) zum ersten Male gedruckt wurden. Wären sie früher erschienen, so wäre eine ganze, sehr compendiöse Litteratnr überflüssig gewesen oder hätte sich ihnen anpassen müssen. Ein zweites Instrument für die Spektralanalyse des Sternenhimmels der Kabbala wie diese (namentlich o^clir lmnwrvm) existirt nicht. Ohne dieselbe, wie Ehabad, ihres
mysteriösen Charakters gänzlich zu entkleiden, denn die Weisheit ist ihrem Wesen nach dem Menschen immer entfernter, je näher er ihr zu rücken vermeint, zeigte er die unendlichen Tiefen und den entzückenden Jdcenrelchthum in einer Sprache, deren Klarheit und Hoheit einen übermenschlichen Ursprung verräth. Vom Standpunkte der Wissenschaft allein war somit die geringschätzige Behandlung, welche R. Heschel den neuen Vcrsncbe" entgegenbrachte, gerechtfertigt. Außerdem besteht die