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Der Chaßidismus : eine kulturgeschichtliche Studie / von Verus
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Da er sich aber nicht auf seine eigene Ansicht verlassen wallte, so sandte er zwei Boten an den R. Raftali Rubin von Ropczyee, ob er geincinschastlich mit ihm Vorgehen wolle. Die Boten kamen Donnerstag Abends an, und da cs der Anstand erfordert, daß man seine Unterordnung unter einen Rabbi durch den Aufenthalt bei ihm am Sabbath bezeugt, so verschoben sie die Ausrichtung ihrer Botschaft bis nach Sabbath. Da der R. sehr in Anspruch genommen war, konnten sic erst Sonntag zu ihm Vorkommen; als sie aber ihr Anliegen Vorbringen wollten, ließ er, der das Gespräch führte, sie nicht zum Worte kommen, stellte Fragen über andere Gegen­stände und brach das Gespräch ab, so daß sie, denen ihre Sendung überhaupt nicht angenehm war, sich entschlossen, am nächsten Morgen beim Abschiede die Sache vorzubringen.

Beim Abschied fertigte R. Naftali die Leute wiederum kurz ab; aber er begleitete sie bis auf die Landstraße zu ihrem Wagen. Als sie bereits anfgescssen waren, sagte er ihnen: Diese Nacht war R. Aron Lob bei mir und sagte mir: Ich habe ein Glownele (kleine glühende Kohle) zurückgelasscn, man will es anslöschen (vgl. Sam. II, 14, 7). So sage ich Dir, 12 'NN si.K -)N', Deine Hand soll nicht dabei sein. (Der Vater des R. Meir, der ihn als Waise in zartem Alter zurück- gelassen hatte, hieß R. Aron Löb, einer der Angesehensten unter den alten Rabbis.) Während sie so dastanden, kam bergab ein kleiner einspänniger Wagen, den ein kleiner Jüd in Spodek (Pelzmütze) lenkte. Dieser fuhr heran und sagte: Mein Vater hat gesagt, er hat ein Glownele znrückgelassen; ich sage, er hat ein Flammen­feuer zurückgelassen. Kehrte um und fuhr weg!

R. Uri starb am 23. Elul 1826. Zwei Tage vor seinem Tode verabschiedete er sich von einem seiner Vereine in Gollinga. Es war der 21. Elul, der Todestag des R. Michel Mai (gest. 1776). Es giebt oben, sagte er vier Instanzen: Ein großes Synhedrion von 71, ein kleines von 23, dann Ilösckiii sekol mwcinll und össäin sctisl mMg.ii für das Gericht der Seelen. R. Michal saß bei einem dieser Gerichte, da er aber betreffs gedmirut twbi'Mi (unkeuscher Gedanken) als zu strenger Richter befunden wurde, hat man ihn zu dem großen Synhedrion hinaufbesördcrt, und an seine Stelle ist ein anderer aus der niederen nachgerückt, so daß eine Vakanz in der untersten entstanden ist. Eine solche wird ausgefüllt, indem man einen Zaddik aus dieser Welt einberuft. Die Leute, zu denen er sprach, ahnten nicht, daß er sein so nahes Hinscheiden ankündigte; denn der gemeine Mann sieht diese Männer so durchgeistigt vor sich, daß er, wie mir dies bei meinem sel. Lehrer R. Salomo selbst passirte, ganz die Möglichkeit vergißt, daß sie sterben konnten. Zwei Tage später hauchte er seinen Geist aus. R. Scholem Rokeach, der ihm die letzte Ehre erwies, trat auf der Rückreise bei seinem Freunde R. Mordcha Sew Oettingeu, dem be­rühmten Lemberger Rabbiner, ein, der ihm um eine erschöpfende Schilderung des Verblichenen ersuchte. Ich kann nur sagen, war die Antwort, daß es seit den Tagen Achija Haschiloni's keinen Zweiten gegeben hat, der in den jüdischen Scelenverhältnissen so bewandert gewesen wäre, wie er.

Seine äußere Gelehrsamkeit wußte R. Uri vor aller Welt z» verbergen. Ter Bruder des Czernvwitzer Rabbiners Landau erzählte nur un Namen des Letzteren, der zu R. Uri's Chaßidim gehörte und gleichzeitig bei dem Lissaer Rabbiner R. Jakob, damals Rabbiner in Äalnsch (Galizien), Talmud studirte, daß dieser in seiner Gegnerschaft gegen den Chassidismus von R. Um nur wegwerfend sprach und ihn nicht anders nannte, als denMüllerjungen". (Er war nämlich der Sohn eines armen Müllers.) Der Schüler Landau gericth darüber m eine solche Erregung, daß er die Bundeslade öffnete und beim Sefer Thora schwur, daß er sich über­zeugt habe daß R. Uri den ganzen Rambain mit seinen Kommentatoren auswendig