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kommen Zeiten, wie die des ^.ni, wo man es als Gegengift und Heilmittel gegen den tödtlichen Materialismus wieder hervorzuziehen für nöthig findet.
Was die Neuzeit in dieser Beziehung für wunderliche Erscheinungen hervorgebracht hat, welche die Behauptung R. Israels von der parallelen Schattenthätig- keit der 811rn uestru vollauf bestätigen, das kennt der unbefangene Forscher aus der mehr als 30000 Bände umfassenden einschlägigen neuesten Literatur (seit 1848).
Wir stehen wieder einmal vor demselben geschichtlichen Parallelismus wie zur Zeit des R. Jehuda Hachoßid vor 600 Jahren mit den damaligen arischen Philosophen, deren Thätigkeit zu den Albigenser und Waldenser Kriegen geführt hat, die den Klerikalismus in seinen Grundfesten erschütterten.
Worauf ich noch Hinweisen wollte, ist Folgendes: Der geistreiche
Scholastiker R. Bunem von Przyßucha kam einmal mit dem Enkel des Kozinieczer Magid, R. Meier Jechiel von Mogielnica, zusammen. Der Schüler des elfteren, Mieses, berichtete als Augenzeuge, daß R. Bunem den als Seher berühmten, etwas naiven Gelehrten hänseln wollte und ihn fragte: „Ich bitte Euch, schildert mir doch, wie sieht eine idissellonloli (Seele) ans?" Der Rabbiner antwortete in seiner schlichten Einfalt: „Habt Ihr einmal die Glaskrystalle einer Hängelampe beobachtet, wenn sich das Licht darin bricht? So sieht eine lXsscllomoll ans." Mieses hat eigentlich nur die Frage und ihre Ironie festgehalten und die Antwort als Kuriosum notirt. Dieselbe stimmt nun merkwürdig mit der Festhaltnng der ultravioletten Spektrumstrahlen durch die photographische Platte. Die als Kliniker von gewissen Strömungen abhängigen Psychiater der Phäaktmstadt, Leydesdorf, Meynert, Krafft-Ebing, haben sich den in chaßidischen Kreisen zu Tage getretenen Anschauungen durch ziemlich nichtssagende scholastische Erklärungen zu entziehen gesucht. Ein Fall in der Klinik des Erstereu, der im I. 1882 in der „N. Fr. Pr.", also eoruin publioo, besprochen wurde, ist für diese Taktik lehrreich. Er hatte einen geisteskranken Tyroler Bauern in Behandlung, der weder lesen noch schreiben konnte, aber lateinische Lieder von korrektem Versbau sang, die völlig unbekannt waren. Mail iuteressirte Linguisten dafür und nach langem Suchen in alten Handschriften in Aachen oder Köln fand man dieselben in einem 800 Jahre alten Manuskripte wieder. Prof. Leydesdorf erklärte diese Thatsache nun durch die Theorie, daß es im Gehirne eine Art Tintenfaß gebe, durch welches aus dem Gedächtniß durch acht Jahrhunderte, also circa 30 Generationen, auf Nachkommen des ersten Jndividiums die Gedächtnißinhalte unter Ucberspringung aller 29 Mittelglieder vererbt worden wären.
Kant selbst in seinen „Träumen eines Geistersehers", hat, worauf Selig Slonimsky (ein umgekippter Chabad) hingewicscn hat, von Thatsachen gesprochen, deren Nnerklärlichkeii nicht durch philosophische Theorien aus der Welt geschafft werden kann.
Solche Thatsachen sind zur Zeit des ^ri von den angesehensten Gelehrten durch ihre Zeugenschaft signirt worden. Der Frankfurter Joses Omez (um 1648) citirt eine solche Erzählung, in weicher nur das etwas Unglaubwürdige vorkommt, daß der Kranke auf seinen Wanderungen von einer Stadt in der Nähe Indiens mit Namen Ormuzd spricht, die weder aus der Karte existirt, noch eine andere Erklärung zuläßt, als die, daß ihm aus dem Talmud der Name des persischen Götzen Ormuzd (Hormis) bekannt war. Nun spielt die Erzählung im Jahre 1620, und beim Nachblättern in der Geschichte findet man, daß es während dieser Zeit in der That am persischen Meerbusen eine von den Portugiesen angelegte Stadt dieses Namens gegeben hat, die 80 Jahre lang cxistirte, und dann vollständig zerstört wurde. Eine zweite, durch R. David Oppenheim in Prag unter Leitung des Verfassers des IVnMllkll i)Io8<Lell bezeugte Schilderung findet sich in dessen Werk (all.