Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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201
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201 Erſter Theil, von der Mark insgemein. x. Kap. 202

knechte werden, und alle ſeine wieder­ſacher vor ihm fallen müſſen; wo aber Er Sich hinwendet, da müſſe Er uüber­all begluͤlket ſein. Der König aller Ko­nige wolle nach feiner barmherzigkeit in fein herz und in das herz feiner Raͤhte und Beamten gnade und barmherzig­keit geben, gutes zu thun mit uns und dem ganzen hauſe Iſrael. Es muͤſſe in ſeinen und in unſern tagen ein ieder un­ter feinem weinſtok und feigenbaum in raſt und ruhe ſitzen, als ein grüner oͤhl­baum, es muſſe friede fein im Lande und kein verluſt noch klage gehoͤret werden. Gott verlaͤnge ihm und feinen Kindern, und feinen Kindeskindern die tage auf ſeinem thron immerdar, und es wieder­fahre uns ewiges heil. Das ſei das wohlgefallen des, der da ſitzet im himmel. Darauf ſagen wir Amen. Hiernaͤhſt han­gen noch zwei tafeln, auf welchen eben dieſer wunſch an Se. ieztregierende Koͤnigl. Maje­ſtaͤt gerichtet ,, Uber dem eingang ſtehet:nen BD Sr we me, eu WIRD? worin wie in dem vorigen die Juͤdiſche jahr­zahl 474d. nach der Chriſtl. 1714. enthalten. Und muß man insgemein helennen, daß es ein wohlgeordnetes, anſehnliches gebaͤude ſei welches unterſchiedenen Chriſten Kirchen in der Koͤnigl. Reſidence ſelbſt es zubor thut Den anfang ihres offentlichen gottesdienſtes haben fie darinn gemacht 1714. am Sab bat bor ihrem Neujahr.. Die Koͤnigl. erlaubnůͤß darüher lautet da­hin, daß da die biele Synagogen zu allerhand verwirrung und unterſchleife anlaß gaben, Se. Koͤnigl. Maj gnaͤdigſt ſich entſchloſſen, daß auſſer der privat Synagoge, welche Dero Soffubelirer Juſt Lipmann, und der zweiten, welche David Rieſſen gegen eine ad pias cau­ſas gezahlte ſumme gelbes fur ſich und die ihri­geyie doch ohne conſequena verſtattet worden, eine dritte allgemeine Synagoge, zu welcher ein ieder das ſeinige beitragen, und darin keiner vor dem andern einen borzug haben mußte, gegen eine recognition ad pias cau­as, Worüber mit der Judenſchafft zu han­deln, gnaͤdigſt erlaubet, und zu dem ende in­nerhalb 4 wochen einen bon den bisherigen, oder einen bequemen dritten ort dazu erweh­len oder zurecht machen, und daſelbſt künftig ihren Juͤdiſchen Gotteshienſt berrichten, die übrige aber gänzlich verboten und abgeſchafft fein ſullten. Welches dann auch Se, Königl. Majeft, Friedrich Willheim 1 71 3. beſtatiget.

Endlich fein die Lipmanniſche und Dabid Rießens Pribatſchulen ganzlich eingegan­gen laut Koͤnigl. verordnung vom 20 März 1715: nachdem die Judenſchafft zu dem ende 3000 thlr. an die Königl. Schatul ausgezahlet, und dem Juden David Rieß die ehedem zum Monte Pietatis erlegte 209 thlr., wieder gegeben. Corp. Conſſit.

V. Th. V. Abth. III. kap. ſ. 169. 170,

VI. Indeſſen hatte ein zum Chriſtenthum getretener Jude bei dem Koͤnigl. Höf ange­geben, daß die Juden insgeſamt in ihren Synagogen ein gewiſſes gebeht, deſſen an­fang Alenu Leſchabbeach, taͤglich zwei­mahl, und des Sabbats dreimal behteten, ohne was morgens und abends in ihren haͤu­ſern geſchehe, worin groſſe laͤſterungen wie­der den Herrn Chriſtum enthalten, des in­halts; Wir knien und buͤkken uns, aber nicht vor dem gehengten Jeſu; da fie hei nennung des namens Jeſu als einem greuel ausſpukten, und von dem ort etwas hinweg

ſpruͤngen. Es ſtuͤnde zwar dieſe(Alterung

in keinem gebehtbuche der Juden ausgedruk­ket, es ware aber raum gelaſſen als ein XB. und wurde fo fort den zahrten kindern einge­blauͤet, und von ihnen auswendig gelernet: beziehet ſich auch diesfalls auf Buxtorffii

Synagog. Jud. f. 233. ingleichen auf des

geweſenen Superintendenten zu Luͤbek, D. Pfeifers huch genannt Theologia vel po­tiũs Vataeologia Judaica Exer. V. 20&c. allwo ſolches ebenfalls bejahet wuͤrde: die Juden koͤnnten es auch ihm als einem gewe­ſenen Juden nicht leugnen, und getraue er folches auf alle weiſe und zu aller zeit zu bes ſtaͤtigen. Welches weil es unter den Chris ſten durchs ganze Land ruchbar wurde, die Judenſchafft fo verhaßt machte, daß fie we­der in den Staͤten noch Doͤrfern ſicher wa­ren, und deswegen Se, Koͤnigl. Majeſtaͤt um ſchuz anfleheten. Welche dann auch nicht allein desfalls unterm dato Kölln an der Spree 1703. 4 Jan. hinlaͤngliche ber­ordnung ergehen laſſen, fordern auch allen Dero Regierungen in der Neumark, Pom­mern, Halberſtat, Magdeburg anbefohlen, daß, weil es eine ſache waͤre, ſo die ehre GOttes betraͤfe, fie dieſelbe auf das genaues ſte unterſuchen, und zu dem ende die Rabbi­nen und einige Aelteſten bon den dortigen Ju­den vor ſich beſcheiden ſollten, fie darüber zu vernehmen, und nach befinden, da fie leug­nen ſpollten, anzuhalten, daß fie durch ab­ſchwerung des Juden eids, die beſchaffen= heit der ſachen eröffnen ſollten, mit der ver­

N 3 warnung,

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