Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
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warnung, daß, wo ſich dennoch finden ſollte, daß ſolche und dergleichen laͤſterungen von ihnen begangen wuͤrden, ſie alleſamt ohne unterſcheid aus dem Lande gejaget werden ſollten; zumahlen ſie in denen ihnen ertheil­ten Schuzpatenten ausdruͤklich und vor allen dingen angewieſen worden, ſich alles laͤſterns und ſchmaͤhens unſers Erloͤſers und Herrn Jeſu EChriſti, wie auch unſers Chriſtl. Glau­bens zu enthalten; und wann auch gleich ſol­ches in ſelbigen nicht ausgedrukket waͤre, die geleitsbriefe iedoch nicht anders zu verſtehen, oder hinkuͤnftig berſtanden werden ſollten, als wann ſie von dieſem vermaledeieten hegin­nen abſtehen, und oberwehntes gebeht we­der für ſich thun, noch es ihre kinder ler­nen laſſen wollten; maſſen Sie ſolches durchaus nicht dulden wurden noch konnten; und wo die Rabbinen und Aelteſten hiernaͤhſt eines meineides darunter ſollten koͤnnen uͤber­wieſen werden, wuͤrden Se. Koͤnigl. Maſje­ſtaͤt ſie andern zum abſcheu an leib und leben ſtrafen laſſen. Worauf dann gedachte Re­gierungen an unterſchiedenen orten ſowohl wieder die Rabbinen, als gemeine Juden, eine unterſuchung angeſtellet, mehrentheils aber faſt einerlei antwort bekommen, und zwar von der Neumaͤrkiſchen Judenſchafft: Es waͤre dieſes gebeht ein gar altes werk, und von Joſuag, Moſis nachfolger vor ‚3000 jahren, und folglich anderthalb tau­ſend jahr bor Chriſti gebuhrt ahgefaſſet wor­den: koͤnnte alſo derſelbe auch darunter nicht verſtanden werden, fie gebrauchten ſich auch der angegeben worte nicht, ſondern weil ein raum da waͤte, ſo gebrauchten ſie ſich der worte Hebel varick, welches auf die heiden zielete, die Joſua auf GOttes be­fehl ausgetrieben, wie ſie denn auch zwar bei den worten Hebel varick ausſpukten, aber es gienge auf die abgöͤtterei, womit das Land zu Joſug zeiten waͤre verunreiniget worden, oder auch auf den boͤſen feind, welcher eine ſcheidung zwiſchen GOtt und ihrem gebeht machte. Sie ſpruͤngen auch zuruͤkke 09tt zu ehren. Durch das wort Hebilim ver­ſtuͤnden ſie nicht den Herrn Chriſtum, hiel­ten auch die Chriſten nicht für abgötter, weil fie an den wahren G9tt glaubeten. Das ausſpukken waͤre ohne das keine ſchuld gkeit, welches daher auch etliche thaͤten, andere aber nicht. Der raum waͤre gelaſſen, weil die buͤcher unterweilen in ſolche Laͤnder kaͤ­men da Heiden und Juden neben einander wohneten; in dieſem Lande mare es unnoͤh­tig, daß raum gelaſſen wuͤrde. Der raum ware auch zwar in den neuen buͤchern heſind­

Erſter Theil, von der Mark insgemein. Ix. Kap.

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lich: aber in den alten waͤren die worte nicht gedrukt worden. Wegen abſtattung des eis des haben ſie um eine bierwochige friſt ge­behten, um ſich zu Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt zu wenden, auch endlich vermittelſt eines heſon­dern Memorials um erlaſſung deſſelben an­gehalten. Dergleichen antwort hat auch die Judenſchafft in Hinterpommern ges geben...

Die Halliſche Judenſchafft hat faſt glei­chen inhalts geantwortet: das gebeht Alenu wäre vom Joſua gemacht, und keine laͤ­ſterung wieder den Herrn Chriſtum darin enthalten. Sie ſchmaͤheten auch der Chri­ſten glauben nicht, weil ſie auch an den wah­ren Allmaͤchtigen GOtt glaubeten. Es waͤren ihnen auch ſolche laͤſterungen in ihrem geſez verbohten. Deutr. 23,7. Die Edomi­ter ſollſt du nicht für greuel halten, dann du biſt ein fremdling in feinen Lande geweſen: und da ihnen dergeſtalt verboten worden die Egypter zu laͤſtern, die ſie doch mit ſchehren dienſten gedrukket: fo wuͤrden fie um fo viel weniger den Chriſten ſolches thun duͤrfen, unter welchen ſie wohneten, und aller freiheit und ſchutzes genoͤſen. Sie thaͤtens für ihre perſonen nicht, wieſen auch ihre kinder nicht darzu an, wollten auch leib und leben ber­liehren, wenn es ſich ſo verhielte, und waͤren bereit den Juden eid daruͤber abzuſchwehren. Welches alles dann die Halliſche Regierung an Se. Koͤnigl. Majeſtaͤt berichtet, und ſel­bigen des Profeſſoris Lingu. Oriental. zu Halle, Herrn D. Joh. Heinrich Michaelis auf ihre begehren von dieſer ſache ahgefaſſe­ten bericht beigelegt, welchen man wegen dar­an gewendeten ruͤhmlichen fleiſſes hier gleich­falls anzufügen vor dienſam erachtet:

Auf Ew. Excellence und Herrl. hohes bes gehren wuͤrde fo fort geſtern mich wieder mit dieſem gemeldet haben, wo es nicht die un­umgaͤngliche hindernuͤſſen meines amts bis ietzo aufgehalten hätten. Damit aber ſo biel deutlicher erhellen möge: Ob in der Jü­diſchen Liturgie und gebehtbuch, und inſon­derheit in der angeführten formul etwas laͤ­ſterliches wieder unſern Hochgelobten Heiland ſich finde, ſo hahe zuborderſt daſſelbe ganze gebeht von wort zu wort treulich uͤberſetzen, und vorher ſetzen wollen; obſchon die Teut­ſche redenzahrt nicht allezeit den verſtand der Hebraͤiſchen redensahrten deutlich gnug aus­drukken mögen. Es lautet in der aus hieſi­ger Judenſchule dazu erfoderten ausgahe in folio zu Venedig An. 1600. gedrukt auf dem 37. blatt alſo: Uns lieget ob zu preiſen den vHErrn aller dinge, und die Majeſtaͤt zu

geben