Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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geben dem, der der Schöpfer iſt aller kreatu­ren, daß er uns nicht. hat, wie die Voͤlker(oder Heiden) der Laͤnder, und uns nicht gemacht wie die Geſchlechter der Erden: daß er unſern theil nicht gemacht, wie ihrer, und unſer loß nicht, wie(das loß) aller ihrer menge(a) und wir beugen uns, und fallen nieder, und loben vor dem Koͤ­nige der Könige,(d. i. vor dem Köoͤnige der vallerhöͤchſten Könige) Dem Heiligen und Hochgelobten, der den Himmel ausgebreitet,

und die Erde gegruͤndet; der thron aber

feiner herrlichkeit iſt droben im Himmel, vund die wohnung ſeiner Macht in der vhöͤhſten höhe, Er iſt unſer G9tt, und kein anderer;(b) wahrhaftig iſt er unſer Konig, und keiner auſſer Ihm: wie dann geſchrie­Gen ſtehet in ſeinem gefege: Deut. IV. 39. So ſollſt du nun, tages wiſſen, und zu herzen nehmen, daß er, der HErr, GOtt iſt oben im himmel und unten auf erden, und keiner mehr., In wel­

chem dann nicht das geringſte zu finden, das

offenhahr wieder Chriſtum ſchmaͤhlich ware, auch in der auslegung nicht, ſo dabei ſtehet; iſt auch in dem druk gar kein raum leer gelaſſen worden, das ein impium ſupple­mentum anzeigen oder fodern koͤnnte. Und mit dieſem exemplar kommt ganz überein die gleichfalls von den Jůden darge­reichete ausgabe in 24to zu Berlin A 1701. gedrukt, auch noch eine andere ausgabe, die mir itzſ zu handen kommt, Frankfurt am . A 097) 13. in den wor­ten des gehehts oben hei lit.(b) Er iſt unſer GOtt und kein anderer an ſtatt. acher ein anderer, ny od, er iſt unfer GOtt und keiner mehr, ſtehet: welches beides in einer kleinen Veroneſiſchen ausgabe von An. 1644. zuſammen geſetzet, alſs lautet: Er iſt unſer Gott nn hy pa und kein anderer mehr; iſt aber dem verſtande nach alles einerlei, und dabei nichts berfaͤngliches zu erinnern. Allein in der iezt gedachten kleinen Veru­neſiſchen ausgabe die ich unter mein we nigen huͤchern habe und borzeigen kan, fin den ſich in beregter gebehtsformul nach den worten; Aller ihrer menge oben bei lit. a) noch dieſe zwei Worte: Srmen sn, wel­He niederffallen oder anbeten, und ſo ſtehet

der vorwurf nicht Dabei, wen oder was ſie

anbeten; ſpndern an deſſen ſtat ein lediger raum für ein oder zwei worte: welches dann einem Lefer in ſolcher conftruction allerdings berdaͤchtig ſcheinet, weil die folgende worte ſodann keine rechte Derfnüpfung damit Dabei können: daher entweder dieſes(welche nie­

Erſter Theil, von der Mark insgemein. X. Kap.

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derfallen) übrig oder auf eine ergaͤnzung muͤßte gedacht werden. Ich ſehe zwar wohl vorher, daß die Juden ſich dennoch durch eine

gezwungene erklaͤhrung werden helfen wollen,

und das heziehungswöͤrtgen welche, nicht auf das ſubjectum oder die Heiden, ſondern auf den vorhergehenden vorwurf, das los

und theil, oder alle ihre menge ziehen were

den auf dieſe weiſe: daß er unſern theil nicht gemacht hat, wie der heiden, und unſer loß nicht, wie alle ihre menge, welche ſie anbeten. Sie die Juden werden auch in ſelbiger aus. gabe dergleichen leere plaͤtze mehr vorwenden, wo doch lectio nicht verdaͤchtig fein könne. Allein was doch hier nach der mangelhafften conſtruction und zuſammenhang fehlet,(tes het gar deutlich in meinem alten Codice MScto, welcher in groß folio auf pergamen ſehr ſauber und wenigſtens vor 2. oder 300. jahren geſchrieben iſt, nach den worten der formul, aller ihrer menge, alſo vͤllig: mm, ya a9 abanıay pm and. on die da niederfallen vor dem was nichtig und eitel iſt, und heten⸗ zu dem, der oder das nicht helfen kan. Der Herr Buxtorf­fius berufet ſich auch in feiner Synagoga Ju­daica p. m. 217. auf ein exemplar zu Aug­ſpurg An. 1534. gedrukt, darinnen auch die jezt gemeldete worte des Codicis Mt ſich finden, und über dieſelben noch ein zuſaz des Namens GOttes 778 El; dann alſo fuͤhret er die worte an: Vin dee ba de Mobb, und beten zu einem ſolchem Gott, der nicht hilft. Iſt alſo auſſer zweifel zu ſetzen, daß die gemeldte worte wenigſtens in einigen dieſer Juͤdiſchen gebehtbuͤcher geſtanden Das ben, auch zum theil wohl noch darinnen ſte­hen. Daß aber die Juden damit Chriſtum laͤſtern ſollten, meine ich, ſei dadurch noch nicht ausgemacht; indem die redensahrt ſelbſt ſchon vorlaͤngſt von den Propheten Alten Teſtaments wieder die abgoͤtterei der Heiden gebhrauchet, auch,(wann man den Juden glauben ſoll) dieſe gebehter eher gemacht, che noch von einem Chriſten in der welt et­

was(wie fie reden)(ei gehöͤret worden; uͤber

dieſes auch unſere Juden ſich verfluchen und verſchwehren, daß ſie nimmer damit auf Chriſtum zu ziehlen angewieſen worden.

Wie dann eben, da dieſes bis hieher geſchrie­

ben, der hieſige Jude Lebin mit ſeinem nach barn Kalmann mich ietzo das erſtemahl bes ſuchet; und da ihnen bei gelegenheit die wor­te des Möti und der kleinen Veroneſiſchen ausgabe vorgehalten, haben fie. erſtlich die­

gelbe nicht erkennen wollen, weil fie dergleichen

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