Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
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nie geſehen hätten; die luͤtke auch durch andere dergleichen ſpatia nichtig erklaͤhret, und die worte im andern berſtande conſtrui­ret, wie ich ſchon alles vorhero droben der­muhtet hatte. Sie haben auch zum hoͤch­ſten es verabſcheuet, wann einer aus haß wieder Chriſtum alſo behten wollte: ja mehr­mahlen den erſchrellichen ausdruk gegen mich gebrauchet; GOtt ſolle ein zeichen an ihnen thun, und fie in die erde ſchlagen, wo fie in dieſem gebeht ihr abſehen auf unſern Jeſum gerichtet, oder ihre kinder ſo unterwieſen haͤtten; bielmehr wollten ſie ſich nachmahls auf den Göttlichen befehl Deut. 23, 7. be­rufen haben, nach welchem ſie ſich achten muͤßten. dc Ich laſſe denn billig Ew. Excell. und Herrl. hohem guthefinden anheim geſtellet: ob man nicht mit hieſigen Juden zufrieden fein koͤnne, wann fie hoch und theuer bezeu­gen, daß fie einen abſcheu tragen vor der laͤ­ſterung Chriſti; und ob man ihnen nicht mehreren anlaß zur laͤſterung durch alzu ſcharfes nachforſchen der worte, die doch an ſich ſelbſt keine laͤſterung wieder Chriſtum haben, geben möchte, Zumahlen da man ſiehet, daß ſie ſich lieber der worte gar begeben wol­len, die nur cum ſpecie die Chriſten auf ſich und ihren Heiland ziehen konnten. Der Herr Buxtorffius ſaget zwar J. c. es ſeien die worte ausgelaſſen Magiftratus in Italia iuſſu, quod in Chriſtum blasphema ſint& iniu­ria: ich halte aber(falvo meliori judicio.) die worte an ſich ſelbſt ganz nicht für. blas­phema und iniuria, wo nicht ausgemacht, daß die Juden darunter Chriſtum verſtehen und meinen: und achte unnoͤhtig zu erin­nern, daß auch ein Jude unter den Paͤbſti­ſchen Chriſten in Italien gnugſame urſache hahe ſich zu aͤrgern, an dem vielen buͤkken, knien und niederfallen vor ſolchen bildern, die nicht helfen koͤnnen. Und oh ich zwar mei­nen geringen theils nicht rahtſam achte, den Juden unter uns die ausgelaſſene worte iemahls wieder zuzulaſſen, nachdem darüber geſtritten worden: ſo weiß doch auch nicht, was man eben mit dergleichen Expunctio­nibus der Chriſtenheit wieder die Juden ge­nutzet habe. Der berühmte Herr Pocokius hat in ſeinen notis miſcell. ad Portam Moſis eines und anders ex veſtigis eraſarum lite­rarum angemerket, das ſeinen nutzen haben kͤnnte: unter andern, daß in des Raſchi Commentario uͤber den andern Pſalm die worte vpn mwanmwemd, den ketzern oder wie­derſachern(Kaſchi meinet die Chriſten.)

Erſter Theil, von der Mark inzgemein. 1X. Kap.

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deſto beſſer zu verantworten, ausgekratzet, und muͤhſam ex veſtigiis Manuſcripti von ihm angemerket worden, welche worte ich itzo gleichfalls in einem geborgten Codice MSto. iedem noch völlig zeigen, und damit die Piſputation wieder die Juden viel Teich: ter machen kan: indem daraus erhellet, daß K. Salomo nur zum wiederſpruch die erllaͤ­rung der alten Juden(von denen er ſelbſt anfuͤhret, daß ſie den andern Pſalm vom Meßia erklaͤhret haben) verlaſſen, und zur berhaͤrtung feines volls den Pſalmen auf den König David zwinget, welches aber nur bei der gegebenen gelegenheit gedenken wollen. Wo die Juden unſern Heiland offenbahrlich mit worten(handen und laͤſtern, iſt es bor GoOtt unverantwortlich, ſolches zu geſtat­ten: fie aber gleichſam dringen wollen, eine laͤſterung zu erkennen, wieder welche fie{Ich zum hoͤhſten entſchuldigen, ware auch un­billig, und vielmehr zu wuͤnſchen, daß zu gruͤndlicher erforſchung ihrer bücher und ſchriften von hoher Obrigkeit nachdruͤkliche und beſſere anſtalt, als noch bisher geſchehen koͤnnen, gemachet wuͤrde; damit ſie durch die zeugnuͤſſe ihrer vater von Chriſto zum erkaͤnt­nuͤß ihres heils gefordert werden möchten, Halle den 4 Nov. 1702.

Die Halberſtaͤtſche Judenſchafft kam bei Sr. Köoͤnigl. Majeſtat mit einem Me­morial gleichen inhalts ein: Es waͤre ihnen nie in die gedanken gekommen den Herrn Chriſtum zu laͤſtern, weniger in der that ge­ſchehen, oder ihre Kinder dazu angefuͤhret worden; das ſogenannte. Alenu waͤre beſage ihrer buͤcher und Rabbinen darthun von Joſua, als er die Amoriter in dem Ge­lobten Lande überwunden, dieſelbe aber, wie bekannt, allerlei abgoͤtterei getrieben, aufge­ſetzt, und ihnen als ſeinen nachkommen zum audenken hinterlaſſen, damit{ie ſich von ſo­thanen Heiden abgeſondert halten ſollten. Es haͤtte auch dieſer Verfaſſer ſeinen und ſei­nes baters namen darin anmerken wollen, laut des buchs Hadraſch Kodſch 31. Woraus man zugleich erſehen konnte, daß gemeldter Verfaſſer die unausgeſchriebene worte ſelbſt mit eingefuͤhret. Es erhelle dar­aus auch, daß dieſes nach ihrer verfolger angeben nicht koͤnne verſtanden wer den; weil der Verfaſſer 1500 jahr vor Chriſti geburt gelebet, und alſo auf keinen andern verſtand, als die damahlige Heidniſche abgöͤtterei, ab­gezielet. Daß auch die wenige worte nicht ausgeſchrieben; ſondern an deſſen ſtatt mit

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