rare Opfergefäge der Heidenſchen Einwohner, welche hieſiger gegenden hin und wieder ausgegraben worden. Die Roͤmiſche Opfergefaͤſſe hatten ihre eigene benennungen, und wurden in praefericula, ſimpula, pocula, ampullas/ guttos, hateras, pat ellas, getheilet. ‚Saft ein gleichmaͤßiger unterſcheid koͤnnte bei unſern Opfergefaͤſſen gar leicht gezeiget werden: wann es an ders das porhaben waͤre, umſtaͤndlich dabon zu handeln. Jedoch wird denjenigen, welche ſich in den Alterthümern ein wenig umgeſehen, nicht ſchwer fallen, unſere Gefaͤſſe ihren ge
ſtalten nach, zu unterſcheiden. Dieſes aber
verdienet hemerket zu werden, daß die, in ihrer eigentlichen groͤſſe, mehrentheils vorgeſtelte Gefäße, hon einem ſehr zahrten thön, der farbe nach, roͤhtlich, auch aſchgrau, und fo ſchoͤn als ein Marmor; wann enhero fie, denen Roͤmiſchen, aus Samiſcher erde verfertigten Opfergefaͤſſen, nichts nachge
ben. Sie ſein auf das ſauherſte gearbei
tet, und werden oͤſters in andere, jedoch ſchlechtere Gefaͤſſe, eingeſezt gefunden. Man
trifft zuweilen zwei bon gleichem thoön und
gleicher geſtalt heiſammen, nur, daß fie der groͤſſe nach, etwas ungleich. Niemahls aber ſtehen fie aufgerichtet; ſundern werden auf die ſeite gelegt, gefunden. Die Opftrſchalen, dergleichen in Tab. Vll. X. 17. zu ſehen, ſein gar flach, zum theil mit, zum theil ohne henkel, von gleichen thön wie die Gefaͤſſe, worzu ſie gehoren; denen fie auch
jederzeit, und zwar zu 2. und 2. oder zu 4.
und 4 ineinandergeſetzet, doch umgeſt ür zet zur ſeiten liegen. 6. Etwas ſeltſames iſt es, daß die in Tab. Ilx. x. 1. und u. abgebildete Opfergefaͤſſe, deren das erſte von weitem, das andere, von ſehr engen mundloche, vom fuß fü ſpitz, daß fie nicht aufwaͤrts ſtehen konnen. Es wird von einigen, ſo die Roͤmiſche Alterthuͤmer beſchrieben, gemeldet: daß dergleichen ahrt Gefaͤſſe bei den opfern der Goöͤttin Veſta, gebrauchet worden. Das Opferwaſſer, welches in ſolchen Gefaͤſſen enthalten war, durfte nicht auf die erde geſetzet werden; angeſehen ſolches fur ein groß berbrechen gehalten wurde. Dieſem vorzubeu, gen, habe man dergleichen Gefaͤſſe erfunden, welche nicht ſtehen koͤnnten; ſondern, wann ſie ja niedergeſetzet wurden, ſpfort alles verſchuͤtteten. Vas fictile& futile, a fundendo dictum; lato ore, fundo auguſto; quia aqua, ad ſacra Veſtae in terra non ponitur; quod fi fiat, piaculum eſt; ideo& cogitatum eſt vas, quod ſtare non
poſſet ſed poſitum, ſtatim effunderetur. Lomeier in Luſtrationibus veterum Gentilium. gap. 17..
Oh unſere alte Einwohner bei dieſen Gefaͤſen, welche ſelten angetroffen werden,
gleiche, oder andere abſichten gehabt, ſtehet dahin; es iſt aber wohl zu vermuhten, daß ſie ſolche ahrten nicht ohne alle urſach in gebrauch. werden gezogen haben.
Es kömmen aher nicht nur dieſe, ſondern
auch die übrige Opfergeſchirr unſerer alten
Einwohner mit den Roͤmiſchen, welche hin und wieder in Münzen, wie beim Choul de
religione veterum Romanorum, und in
Marmorihus, wie hei dem Boiſſardo, in Lo
pographia Romaha, und andern Schrift
ſtellern zuſuchen, ſehr uͤberein, fo, daß nicht
nur daher, ſondern auch aus mehreren gruͤn
den zu behaupten, daß dieſe Gefäͤſſe keines
weges unter die eigentlich Aſch und Lelch=
toͤpfe, ſondern zu derjenigen ahrt zu rechnen,
welche bei dem Opferdienſt gebrauchet wor
den; es ſei, daß fie den oberirdiſchen oder
den unterirdiſchen Göttern bei der verhren
nung und beerdigung ein Opfer gebracht.
Die Opfergaben ſelbſt aber, welche nach he
ſchaffenheit der Perſßnen und des hermoͤgens
gebracht wurden, heſtanden unter andern
in Waſſer, Wein, Milch, Bluht, Oehl,
Weirguch und dergleichen. Nachdem nun
die Gefaͤſſe zu einem oder dem andern beſtim
met waren, wurden in denſelben, das er
foderliche zum Altar getragen, von den
Prieſtern in die Schalen oder Becher
daſelbſt eingegoſſen, mit beſondern feier,
lichen handlungen auf die Altare geſetzet, die Goͤtter darbei angerufen, die Opfergaben ſelbſt auch, zum theil in das Altar feuer gegoſſen. Auf welche und andere weiſe die Opferhandlungen vollbracht, die Seelen der Verſtorbenen aber, den Got, tern willkommen und angenehm gemacht zu werden, geglaubet worden. Nach verrichtetem Opferdienſt, wurden dieſe durch die Opferhandlung, von allem gemeinen gebrauch abgeſpnderte Gefaͤſſe, zu der Aſche und Gebeinen derer, für welche die Opfer angeſtellet und gebracht waren, mit eingeleget und verſcharret; wobon beydes was die Opfer, als auch die Opfergehrauͤche betrifft, L0= meieri Luſtrationes veterum gehtilium, Stuckii, item Sauberti Sacra& Szcrificia Vererum, mehr nachricht geben werden. Was die, in Tab. 1X. und den folgenden, ihrer eigentlichen gröffe nach, abgezeichnete Alterthuͤmer anlanget, ſo iſt mit wenigem anzufuͤhren, daß bei den Heidniſchen Bol: kern