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. Zweiter Theil, von den altterthumern der Mark. 1 Kap. oz
kern faſt überhaupt, und ſonderlich bei den alten Teutſchen gebräuchlich geweſen, dasjenige, was den verſtorbenen im leben beſonderz lieb, oder was dieſelben ammeiſten geb rauchet, und in ihrer handthierung noͤhtig gehabt, mit in das grab beizulegen. Die zeugniſſe Taciti, und bieler andern Geſchichtſchreiber nebſt der erfahrung, womit dieſe zeugnůuſſe begleitet worden, beſtaͤttigen ſothanen uralten gebrauch, jedbch mit dem unterſcheide, daß zuweilen einige ſachen bei der herbrennung mit in das Leich= feuer geworfen wurden; daher die, bei durchſuchung der alten Monumenten oöͤfters anzutreffende, geſchmolzene uͤberbleihſel herz ruͤhren; S. oben ſ. 402. n. 8. mehrentheils aber pflegte man die Utenſilia ohne fie in das Leichfeuer zuwerfen, in die Graͤber mit einzulegen, und zwar in der meinung; ob ſolten ſelbige zum kuͤnftigen gebrauch in jener welt gereichen.
Von ſolchen aus den Graͤbern hervorge= nommenen Alterthuͤmern zeiget Tab. IX. D. I. wie die Armbaͤnder vor alters beſchaffen geweſen. Dieſer nebſt dem darzu gehoͤrigen Armbande, iſt in der Mittelmark, in dem Lebuſiſchen kraiſe hei Frankfurt an der Oder, auf einem uralten Begraͤbnuͤßberge, in einer Urne
Die groͤſſe und
oder Grabtopf gefunden. weite derer Armbänder war gar verſchieden, nach beſchaffenheit des alters und der ſtaͤrke
derer, fo dieſelbe getragen. Sie find am ende iederzeit offen; damit fie noͤhtigen falls ſich weiten koͤnnen, wenn{ie über die hand geſtreifet wurden. Es beſtunden aber die Armhbaͤnder nicht allein aus einzeln, ſondern zuweilen auch aus mehreren Reifen und Ringen; auf gleiche weiſe wie die Daumringe bor alters gemacht waren, dergleichen Tab. IE. R. 1. zu ſehen, und waren chenfalls nach beſchaffenheit der Perſonen berſchiedener groͤſſe, wie die bergleichung dieſes mit N. v. Tab. VI. ebenfalls in feiner natuͤrlichen groͤſſe abgezeichneten Ringes bezeuget: von welchem Bartholinus, de Armillis veterum, item Otto Sperlings Litterae ad Rhodium, nachgeſehen werden koͤnnen. Die Materie, woraus die Arms baͤnder beſtanden, war verſchieden; mehrentheils waren ſie von Eiſen oder Erz, auch von Gold und Silber. Der leztern
ahrt fein unſers wiſſens dieſer orten noch kei
ne gefunden. Daß aber dergleichen, und zwar in dem Holſteinſchen aus dem Grabhuͤgeln hervorgenommen worden, ſolches hezeugen die Acta Litteraria Maris Balthici & Septentrionis von Anno 1699. Menſe
Martio: und Doctor Major, in dem{ehr raren Manuſcript: Relation feiner Anno 1693. von Kiel aus nach Norden gethanen kleinen Reiſe, gedenket: daß zwei dergleichen guͤldene Schwengel, wie er ſie nennet, zu Gottorf bei der anlage des Herculis Teiches in der erde angetroffen worden, welche der Verfaſſer in ihrer gröͤſſe abgezeichnet, beige, füget. Der kleinere haͤlt am gewicht 8 loht. Der groſſe 48 loht; beide von kronen Golde. Ob nun gleich unſere im abriß vorgeſtellte, nebſt den vorhandenen übrigen Armbaͤndern,
ſo von alterthum und feuchtigkeit der erden,
ganz gruͤn belauffen, der Materie nach von Erz; dannoch kommt dieſes Metall der farhe und glanz nach dem Golde bei. Wie dam Pancirollus de rebus memorabilibus& deperditis Part. I. Lit. 8. de Aurichalco ve terum, meldet: quod auri ſimile, und Sal. muth in notis: quod aur excellentius; ſo daß auch Rhodius in den Cimhriſch⸗Hyolſteinſchen Antiquitäten Remarques ſ. 275. ſchreibt: daß nach angeſtellter probe dieſeß Metalls ein ſtarker zuſaz von Gold, iedoch bei einem mehr, hei dem audern weniger, bemerket werde.. Weil bisher keine eiſerne Armbänder in den uralten Grabſtellen der Mark Brandenburg befunden worden: ſo giebt ſolches die vermuhtung, daß das Eiſen den Einwohnern dieſer orten, zu dergleichen ſchm ul zů geringe geſchienen; ohnerachtet es an Ci fern geraͤhte in in ihren Graͤbern nicht fehlet. Es werden aber die Armbaͤnder nicht nur paarweiſe, ſondern auch einzeln angetroffen; zum beweiß daß die Alten ſomchl beide arme, als bisweilen den rechten oder linken allein, wie ſolches auch bei den Ro mern gewohnlich, damit bekleidet; und zwar wurden fie an dem obern theil des Al mes, mit weichem fie nach Taciti bericht, bloß einhergingen, etwas uͤber den Ellbogen getragen. Fuͤrnemlich pflegten ſich derſelben das Frauenzimmer, welches aus dem, den Armhaͤndern beigelegten übrigen weill chen Schmuk abzunehmen, ſodann aber auch die Maͤnner zugehrauchen. Jene trugen fie, als eine zierde, dieſe, als ein ze, chen ihres edlen herkommens, oder erlangter tapferkeit nnd verdienſte.
Der x. mn. gezeichnete, bei vorget achten beiden Armbandern gefundene, aus gleiche Erzt beſtehende Bügel oder laͤnglich run; Reif, ſcheinet zu einem andern gebrauch a die Arne damit zuzieren gedienet zu haber. D. Maier im Ber derten Cimbrien ay
ſtellet dergleichen im Fůrſtenthum Si