4°9 wig, in einem Grabhügel, Tuͤrkebarg genannt, in einem Aſchentoyff eingelegt geweſea, obwohl gewundenen Buͤgel, vor, mit dem beifügen, daß deſſen gebrauch ſonderjweifel geweſen, die zuſammengefſlochtene Haare auf, oder kurz hiuter dem Scheitel, im zwang zuhalten; und daß die Haarnadel über den Reifen oder Bügel quer über, als ein groſſer diameter oder mittelſtrich, unter dem zopf der zuſammengefaßten Haare hindurchgegangen, und alſs mehrer wehnte Haare und Kupferne Bügel zugleich an eins ander befeſtiget, welchen nutzen auch die ſogenannte Keſſelringe ſollen gehabt haben, deren oben 5. X. ſ 59. d. 2. gedacht worden. Und einige ſchilken ſich ganz wohl dazu. Inzwiſchen ſein einige alſo geſtaltet, daß man die abſicht damit nicht gar leicht bei dem Haarſchmuk errahten wird; und deren gebrauch wohl in einer andern ſache wird ſuchen muͤſſen. K Zum Schmuk des Frauenzimmers gehoͤret auch die d. ix. borgeſtellte kleine Haar
zange, dergleichen von Erzt ſowohl als Ei
ſen, jedoch mehrentheils in begleitung eines kleinen Meſſerleins in der Ukermark S. oben ſ. 398.. 9. auch an einigen andern orten der Mack, wiewohl ſelten angetroffen werden; daraus dann abzunehmen, daß deren gebrauch in hieſigen gegenden in den aͤlteſten zeiten
nicht ſo gemein geweſen, als hei den alten Hollſteinern, in deren Grabhuͤgeln und Grab
toͤpfen fie öfter bemerket worden.
No. v. und vi. fein Hefte oder Schnallen, zu denen auch die in Tab. X N. 1. und ii. entworfene ganz beſonders geſtaltete Haken und Spangen zu rechnen, welche in verſchiedenen Grabtoͤpfen, zwiſchen Aſche und Knochen gelegen, und in der Mittelmark im Teltowiſchen Krais bei Teltow, auf dem ſogenannten Stollenberge gegraben worden; theils ſein von Erzt, theils von Eiſen, darbei von gar verſchiedener gröffe und geſtalt; meiſtentheils zierlich gearbeitet, und kommen faſt überein mit denenjenigen, welche in Begeri Theſauro Brandenburgico Volum. Ill.
in kupfer vorgeſtellet und beſchrieben ſein.
Der gebrauch der Schnallen war fo Wei. bern als Männern eigen, mit ſelbigen die lleider zuzuſtechen. Ausdruͤklich meldet Tacitus C. XVII. TLegumen omnibus ſagum, fibula aut fi defit, ſpina conſettum. Das it, Ihr anzug beſtehet in einem kurzen klei
e, ſo mit einem Heffte, oder in deſſen et: nanglung, mit einem Dorn zugeſteft if, Soſchergeſtalt waren ihre kleider zugemacht, entweder auf der bruſt oder auf der ſchulter;
Il. Theil der Mart. Hiſt.
Zweiter Theil, von den Alterthuͤmern der Mark. J. Kap.
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damit leztern falls die arme deſto freier gebrauchet werden koͤnnten. Die ahrt aber, wie die Schnallen angeleget, und mittelſt derſelben beide theile des kleides feſt zuſammen gehalten wurden, davon theilet umſtaͤndliche nachricht mit Pancirollus Part. IL Tit. 44. de Fihula. Die uralte Tracht der Teutſchen aber, wie ſelbige beſchaffen, ſolches wird uns ter andern an dem gar raren kleinen Metallenen Bilde, fo nebſt einigen hierher gehörigen
Alterthuͤmern A. 1728. bei Potsdam in einem
Grabhuͤgel und deſſen Aſchtopf gelegen, einigermaſſen wahrgenommen werden konnen; wie wir bald mit mehren vernehmen werden.
N. Vi. IIx. x. x. zeigen die ahrt und geſtalt der Meſſer bei den Alten. Dieſe fein in der Prignitz auf des Hrn. von Winterfeld Gute, nahe bei Relkentien gelegen, gefunden, und zwar in groſſen Grabhuͤgeln, dergeſtalt, daß in jedem eins von dergleichen Meſſern nebſt
andern ſachen den Aſchtoͤpfen beigefügt ges
legen; beſtehen gleichfalls aus dem oft er⸗=
en, ſchoͤnen Erzte. Die Klingen nebſt
en Handgriffen fein aus einem ſtůk gegoſſen; die Griffe auch mit kleinen Ringen berſehen. Ob dieſe Meſſer, welche ziemlich lang, im hausweſen gebrauchet, oder hei den Opferungen gedienet, und etwa von den Prieſtern, vermittelſt der Ringe am Guͤrtel herab hangend getragen worden, ſtehet dahin; wenigſtens iſt aus dem Alterthum bekannt, daß
bei den Opferungen die Meſſer mehrentheils
aus Erzt heſtanden; ja, daß faſt alle Opfers inſtrumente der Alten aus dem obgedachten koͤſtlichen Metall verfertiget geweſen.
Diejenige ſtuͤlke des Alterthums, ſo auf Tab. X entworfen, auſſer d. 1 und n, deren bereits meldung geſchehen, beſtehen theils aus Thon, theils aus Glas, theils qus Stein. Von ſolchen find N. m. und 1. laͤngliche, durchbohrte, weißlichgelbe, dünne Steine, welche mit den oben ſ. 394. angezeigten und Tab. V. X. iv. v. vorſtellig gemachten genau uͤbereinkommen. Die gegenwärtige wurden unter geheinen in einem irdenen Topf, an der zahl ſieben, beiſammen gefunden; bei denen einige Metallene Naͤgel lagen, fo nicht uͤber einen zoll lang, und ſpitz zugehende Köpfe hatten. Aus den loͤchern, womit dieſe zahrte Steine durchbohret, laͤſſet ſich muhtmaſſen, daß man ſelbige aufgereihet. Ob fie zu einem andern behuf gedienet, dürfte ſchwer zu beſtimmen ſein.
Weit eher wird von X. v. und vr geurtheilet werden konnen, daß ſothane ſtuͤlke einem Kuͤnſtler zugehoͤret Dann ſo zeiget X. v. die geſtalt eines laͤnglichen Wezſteines, von
Dd dunkel