Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
411
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44Y Zweiter Theil, von den Alterthümern der Mark. l. Kap. Al

dunkelgrauer farbe, ziemlich feiner ahrt, am obern theile durchbohret, damit ſelbiger um ſo bequemlicher angehangen werden koͤn­nen. Daß dieſer Stein, als ein Wezſtein vormahls wurklich gebrauchet ſei, dabon fein auf dem Stein ſo viele merkmahle übrig, daß daran nicht zuzweifeln. Solche Wez­ſteine verſchiedener groͤſſe hat man hin und wieder in den Schleßwig⸗Holſteiniſchen, nicht

weniger in den Schwediſchen uralten Be­graͤbnüͤſſen gefunden. S. Rudbeckii At.

lantica Tom. J. cap. XXIV. Tab. VII. Lit. i.| Neben dieſem Wezſtein fand ſich ein run­der Schleifſtein, faſt wie. vi. geſtaltet, doch noch einmahl ſo groß und in der mitte durchbohret. Beide waren mit N. vi, Der: geſellſchafftet, welcher Stein die geſtalt ei­nes dreieks darleget, iſt nicht uͤber einen zoll ſtark, von farbe ſehr ſchwarz, und von gute fo ſchoͤn, daß er mit einem Probierſteine ver­glichen werden kann..

Auch auf dieſem ſein ſpuren vorhanden, woraus zu muhtmaſſen, wozu derſelbe möge ſein gebrauchet worden. Wie feſt dieſer Stein bon der Hand ſeit es vormahligen Be­ſitzers gefuͤhret fein muͤſſe, kann daher ab­genommen werden, weil, wo der Stein bon den fingern umſchlöſſen geweſen, ſelbiger der­maſſen abgenutzet iſt, daß man die eindrukke der finger, deutlich ſehen kann; und iſt zu vermuhten, daß mittelſt dieſes Steins und deſſen unterſten ſeite, welche am breiteſten,

adie auf die Schleif- und Wezſteine zuge­richtete Utenſilia, um ſo mehr geglättet, zugeſchaͤrfet, und wohl poliret fein mögen. Saͤmtliche ſtuͤkkũe wurden in der Mittel­mark, unter dem Amte Zellin in einem Be­graͤbnuͤß ſo mit viel Steinen umbauet war, gefunden.

Ferner iſt G. vn. von einem grünlich hel­

len Glaſe, und X. ux. von einem ſteinfeſten

Thon. Von dergleichen aus glas und thon ver­fertigten durchloͤcherten Kuͤgelchen, meldet Morton Hiſtor. natural. Northamto­nienſis Comitatus, cum Antiquitatum enarratione, allwo ihre abbildungen Tab. 7. fig. J. 2. zu finden, wie Dafür gehalten wer­de, daß ſelbige Amuleta oder anhaͤngſel ge­weſen, welche von den Druiden für Zaube­reikrankheiten und andere zufaͤlle gebrauchet worden. Man laͤſſet ſolches an ſeinem ort geſtellet ſein: von den unſerigen aher, deren von thon gar verſchiedene ſtuͤkke noch um die helfte groͤſſer, als vorgeſtellt, vorhanden, kann mit gutem beſtande geſaget werden, daß ſol­

ches Spindelſteine ſein deren man i fach und garn zu ſpinnen vor alters bedient.

Daß es die alleraͤlteſte weiſe geweſen ber mittelſt der Spindel zu ſpinnen, kann fo. wohl aus den worten des Koͤnigs Salp. mons, Prov. XXXI, 19. als auch ex mar­moribus veterum, dargethan werden; lezte ren falls werden Bartoli Römiſche Antiquiti. ten hom Bellorio erklaͤret, nachweiſung gehen. So war auch das leinen denen alten Teut ſchen nicht unbekannt. Angeſehen Tacitus C. XVII. meldung thut, daß Maͤnner und

Weiher einerlei tracht hätten; auſſer daß len

tere ſiß mehrmahlen in Leinen kleideten: nee alius feminis, quam viris, habitus; niſi quod feminae ſaepius lineis amictibus ve. lantur. Von den alten Heidniſchen Preußen gedenket Hartknoch, Diſſert. XIII. de Fune­ribus n. 5. daß man bei den Frauensleuten, die Spinrokken, als die zierde des Weiblichen Geſchlechts, mit in das Leichfeuer geworfen: fi femina erat igne cremenda, colus, inſi­gne ſexus feminei, ſolebat ſimul comhuri; und Cypraeus, in Annalibus Schlesvicenfi­bus Lib. IJ. cap. Il. gedenket: daß A. 1554 in einem Grabe bei der Stat Schleswig, ei Spindel gefunden ſei.

Noch mehr aher iſt es, wann Rhode in in den Cimbriſch⸗ Holſteinſchen Antiqui­

taͤten Remarques in der 3 woche ſich ber

nehmen laͤſſet: doch haben wir noch Leinen gefunden. Selbiges aber hatte nicht zu kleidung, ſondern zur einwikkelung zwetet Meſſer gedienet, als in welchem ſelbige neh den Scheiden gewikkelt, An. 1701. in einem Lumulo hei dem Dorfe Mankeloh entdellet worden. Selbiges iſt ſehr groh und bon ſo ſtarken faden, daß es dem Weber nicht leicht wird abgeriſſen fein, indem es weit groͤhet, als das groͤbſte ſogenannte Saklinnen immit ſein mag; ja nicht feiner, als bindfaden oder ſegelgarn. Und ſo hat dann auch den alten Ein wohnern hieſiger orten nicht unbekannt ſein konnen, mit der zubereitung des Leinen umzi­gehen; vielmehr erhellet ihr ruͤhmlicher ſliß wie ſehr fie dieſer arbeit ergeben geweſen; weil man ihnen ſo gar die Spindelſteine mit

in die Gräber legen müſſen, und fein die Tal.

V. N. 1. bis 9. vorgeſtellte kugeln chen, falls nichts anders, welche aber von an, derer materie und mit figuren gezeichnet geweſen. Nicht weniger iſt ſonderbar, daß auch ds Spielzeug zu den Gebeinen der Kinder hin, zugethan iſt. Der berühmte Abt Fabren ſchreibet in einem feiner briefe hiebon 4