Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
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jaffen? Eben alſo fein zuweilen zu den e n r der kleinen Kinder allerhand kurzweilige ſachen, als Würfel y ſtutke om Schmelzwerk, Wolfszaͤhne und dergleichen, unterſchledener gröffe und ahrt geleget wor­den; deren etliche ich ſelbſt in haͤnden habe. vergl. Bocconis Anmerkungen uͤber ein

d andere natürliche dinge Zte Anmerkung. 6. unter N. ix. und x. vorgeſtellte ſeltene

tuͤkke, welche zu Briſigke bei Frankfurt an 9 Oderin einem Srabtopf unter Aſche und Gebeinen gelegen, werden ſolches heſtaͤtigen. Xx. n. fo eine Kinderklapper auf das deut­lichſte borſtelt, iſt nach beſchaffenheit der das mahligen zeiten, in welchen das Metall in keinem uͤber fuß anzutreffen, aus thon, iedoch recht zierlich gearbeitet. Es ſcheinet es muͤſſe dieſe Klapper einen etwas laͤngern ſtiel gehabt haben; doch iſt der bruch ſo gluͤklich gerahten, daß wohl zu ſehen, wie durch den ſtiel ein loch gegangen. Vermuht lich iſt die­ſes Spielſtuͤk nebſt einer ſchnur dem Kinde umgehangen worden.

Von ſolchen gedenket unter andern Pan­

cirollus Tit. 43. daß die kleine Kinder dergleichen an dem halſe getragen; und daß dieſe ſtuͤkke nach eines jeden erfindung und wilkuͤhr mannigfaltig geſtaltet geweſen. In­fantes collo geſtabant iocalia quaedam, aurea& argentea, quae ctepundia dice. bant a crepando, hoc eſt, tinniendo ſic no­minata; eiusmodi in crepitaculis infantes maxime gaudent& exhilarantur. Haec, pro cuiuslibet inventione& arbitrio, varie elligiabantur. Die auf dem Kolben in or­dentliche reihen vertheilte offene loͤcher ha­ben ſowohl zur zierde, als vornemlich darzu ge­dienet; daß der laut, oder das gelinde geraͤu­ſche, welches die eingeſchloſſene thöoͤnerne Kuͤ­gelein, durch das umſchuͤtteln verurſachen, deſto mehr in das gehoͤr fallen ſollen. geſtalt dieſes überaus raren ſtuͤks des Alter­thums zeiget, daß der Alten ihre erfindungen, nicht ganz untergegangen, ſondern daß die Nachkommen verſchiedenes davon beibehal­ten..

. X. ſo dieſer irdenen Klapper zur ſeiten gelegen, beſtehet aus einem ſehr feſten, ziem­lich ſchweren gelblichen Stein, welcher von geſtalt ein wenig laͤnglich rund. An der obern

und untern ſeite recht im mittelpunkt findet

ſich eine mäßige grube, auch gehet rund um

den Stein eine kleine aushhlung gleich einer

ſpuhlen. Es ſcheinet, daß die gruhen zu dem

ende geweſen, den Stein zwiſchen zweien fin­

gern bequem und feſt zuhalten, ſolchermaſ­

ſen mit der hand fortzuſchieben, und zum Il. Theil der Mark. Hiſt,

Zweiter Theil, von den Alterthümern der Mark. 1 Kap.

Die

414 laufen zu bringen. Die Spuhle aher rund­her um den Stein ſcheinet darzu gedtenet zu haben, den rollenden Stein mittelſt ei­ner ſchnur, welche der Spuhle umleget wor­den, zuruͤllauffend wieder nach ſich zuziehen. Die damit angeſtellte proben, nach wel chen der fortgeſchobene Stein auf der hohen kante als ein rad vorweg, und durch das an­diehen wiederum ruͤkwarts laͤuft, geben zu

erkennen daß gedachter Stein auf ſolche wei:

fe gebrauchet ſein muſſe; und daß er dem

Kinde bei deſſen Gebeinen er gefunden wor­

den, gleich der irdenen Klapper, als ein

Spielſtuͤ zum zeitvertreih geweſen.

Die ungemeine haͤrte dieſes Steins ſetzet

billig in verwunderung, wie die Alten im ſtande geweſen, auch die haͤrteſte Feldſteine, aus welchen ihre waffen zum Opfern verfer­tiget gefunden werden, ſo geſchiklich zu bes arbeiten. Da zu unſern zeiten die zurich­tung ſolcher ahrten Steine mit ſo groſſer mübe verbunden iſt, daß man dieſe kunſt faſt unter die verlohrne Fünfte zu rechnen, kein bedenken tragen mochte. So viel auch von der ahrt und heſchaffen­heit der Waffen der Alten geſchrieben wor: den: fo beruhet dennoch das meiſte in vieler dunkelheit und ungewißheit. Die nachrich. ten welche aus den uralten Monumenten ſelbſt herborgenommen werden, fein allein von dem gewichte, daß ſie keines weitern beweiſes bedürfen,

Tab x1. und zu. legen bor augen, was für ahrten der Waffen in den Grab und Hel­denhůgeln hieſger gegenden gefunden ſein; als welche die Aiſche und Gebeine vieler tap­fern Krieger einige tauſend jahre hindurch gleichſam in bewahrung gehalten. Daß die im ſtreit beruͤhmte Helden mit ihren Waf­ſen zur erde beſtaͤtig et worden, iſt einer der ur­dlteften gebraͤuche. Von den mit dem ſchwert erſchlagenen Fuͤrſten Egyptenlandes wird Ezech. XXXIL 2 geſaget, daß ſolche mit ih­rem Krieges wehr zu Grabe gefahren, und ihre Schwerter unter ihre haͤupter geleget. Dieſem ſtimmen ſo viel andere Geſchicht­ſchreiber hei, daß es vergeblich ihre Zeug­nuͤße desfalß anzuführen. Laciti außſpruch mag gnug ſein, wann C. XXVII. bon den alten Teutſchen gemeldet wird, daß einem jeden feine Waffen, bei einigen auch das Pferd, mit in das Leichfeuer geworfen werde/ ſua cuique arma, quorundam& equus adiicitur. e.

Die erfahrung zeiget ſolches, da nicht nur verſchiedene ahrten Wehre und Waffen,

DI 2 ſondern