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415 ſondern auch zuweilen Pferdeſchmuk, Gebiffe, Hufeiſen und dergleichen, wie auch groͤſſe Knochen, in den uralten ſo genannfen Rieſenbetten bemerket werden; welche
Knochen zwar für Rieſengeheine gehalten zu ., pflegen, jedoch groͤſſeſtentheils von denen mit berbrannten und begrabenen Pferden herruͤhren. confer. kKeysleri Antiquitates Septemtrional.& Celtic. Sect. 11. c. 2.
AB ’ Die geſtalt der Degen oder Schwerter der Alten, iſt in Tab. XI. X. 1. im verjuͤngten maaſſe entworfen: angeſehen deſſen laͤnge 26. zoll hetraͤget. Selbiger wurde zu Bochien in der Prigniz in einem groſſen Grabhůuͤgel gefunden. Gefaͤſſe und Klinge fein aus einem ſtuͤk gegoſſen, wie ſolches auch Khodius von den in den Cimbriſch= Holſteinſchen Grabhuͤgeln angetroffenen Schwertern, Degen und Dolchen ſchreibet.
Sie ſind mehrentheils 23. 25. bis 26. zoll
lang; ein bis anderthalh zoll breit. Die Klingen ziemlich dik und ſchwer, von heiden ſeiten geſchaͤrfet, allmaͤhlig ſpiz zugehend, ein folglich ſo wohl auf den hieb als ſtich zugerichtet. Ihre ſeltenheit macht fie koſthahr und wehrt, wie dann der gebrauch der Degen benebft den groſſen Lanzen, nach Taciti bericht C. VI. bei den alten Teutſchen et⸗= was ſeltenes: rari gladiis aut maioribus lanceis utuntur, als welche nur von den vornemſten von ihren Helden, Herzogen, Fuͤrſten und Koͤnigen, die fie aus den tapferſten und aͤlteſten Geſchlechtern erwehleten, gefuͤhret wurden.. Von einer andern beſchaffenheit find z. i. und in. fo in ihrer eigentlichen groͤſſe vorgeſtellet ſein und unter die zahl der kleinen Degen oder Dolche gehören, welche Tacitus c. XIIV. einigen Voͤlkern der alten Teutſchen beileget. Die Griffe an dieſen, wie auch an den nur gedachten Schwertern, ſo vermuhtlich von holz oder damit beleget geweſen, ſein durch die feuchtigkeit der erde und durch laͤnge der zeiten gaͤnzlich verzehret; und ſcheinen mit naͤgeln befeſtiget geweſen zuſein; welches aus den zuruͤlgelaſſenen löchern, wodurch die naͤgel gegangen, abzunehmen. Ein kleiner jedoch gegoſſener griff, deſſen geſtalt d. w. mitgetheilet wird, befand ſich unter den Gebeinen in einem groſſen Hügel, der von ungemein viel Jeldſteinen aufgefüͤhret war. N. V. ſtellet den Dolch vor, fo oben ſ. 402, n. 6 beſchrieben worden: und in Prenzlow in des Hrn. Greſſels Sammlung befindlich iſt. Dieſe alte Wehr und Waffen beſtehen aus dim Föftlichen Erst, deſſen droben bereits
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Zweiter Theil, von den Alterthümern der Mark. 1. Kap. A416
erwehnung geſchehen; wodurch ſie aber cin ihr hohes Alterthum an den tag legen. Ho.
merus, der aͤlteſte unter den Geſchichtſchrei
bern, wann ſelbiger der Waffen der ſtreit. bahren Helden gedenket, fü berichtet er, daß
. fie von Erzt geweſen. vergl. Dannaeus de
prima aetate mundi 5§. 2. ſ. 233.
Warum aber die alte Helden nicht ſomohl der eiſernen, als vornemlich der ehernen Waffen ſich gebrauchet, bedurfte wohl einer naͤhern unterſuchung. Zwar meinen einige als ob das Eiſen und deſſen gebrauch ſpaͤter erfunden ſei, als das Erzt. Der ausdrul Lucretii Lib. V. de natura rerum iſt hievon bekannt. Et prior aeris erat, quam ferri cognitus uſus, welchem Plinius Lib. VllI. c. 56. heitrit; allein es ſcheinet, daß dieſes nicht die eigentliche urſach geweſen. Schon im 1B. Moſis IV. wird geſaget, daß Tubalkain ein Mei:
ſter in allerlei Erzt und Eiſenwerk geweſen.
Und aus den Waffen des Rieſen Goliat if abzunehmen, daß nebſt dem Erzt das Eiſen nicht weniger bekannt geweſen fein muͤſe; fo laſſen ſich auch theils eherne, theils eiſerne Waffen, in den aͤlteſten Heidniſchen hegraͤbnuͤſſen finden. Vergl. KRudbeckii Atlantica Tom. I. c. XXIV. Zweifelsohne haben die Alten etwas mehres dar
unter geſuchet, entweder weil dieſes Me
tall wegen ſeines guͤldenen glanzes und vortreflichen klanges in hoͤherm wehrt und anſehen, als das Eiſen, bei ihnen geweſen: oder weil jenes nicht ſo leicht, wie dieſes, dem roſt und der verweſung unterworfen; als die ſich ſamt ihren thaten durch und in dieſen ehernen unberweßlichen Waffen gewiſſermaſfen unſterblich machen wohen.
Naͤhſt dem aber hatten die alte Einwohner hieſiger orten zu ihren Waffen au Spieſſe, Pfeile, Fauſtſteine und Streit, haͤmmer; von welchen ahrten der WehrTab. XIL einige ſtulke in ihrer eigentlichen groͤſſe entworfen fein.
Nach Taciti benennung, deſſen worte Fur zu vor bei den Schwertern angefuͤhret ſeinſtellet x.. eine Lanze vor. Dieſer hon bei den ſeiten ſehr ſcharfe und ſpizzugehende Kritgesſpieß wurde An. 1736. bei Teltow am Hergeſee, auf dem ſogenannten Stollen berge am wege nach Berlin gelegen, bei det gelegenheit entdelket, als ſolcher alte Heid niſche Begraͤbnüͤßberg ſamt ſeiner auͤſſern un innern beſchaffenheit hon dem Beſitzer dieſt ſtuͤts des Alterthums unterſuchet worden. Alle umſtaͤnde ergaben, daß gedachter n ſerne Spieß einem alten tapfern Se