Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
431
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431 Zweiter Theil, von den Alterthümern der Mark. Il. Kap. 432

inventione dignum. Germano, inquam,

qui feliciori auſpicio hoc ſepulcrum pri­

mus detexit, idque eo iuſtius, quod non tam de tota poſteritate praeclare fit meri­tus, quam de maiorihus,& primis urbis tam auguſtae incunabulis, totius orbis& ur­bium principis, quam adeo infami nota ſceleratiſſimi parricidii in unicum fratrem, su dvev ges, ſiberavit. De reliquis ſuo

tempore forte uberiora in Chronicis Re­

manis, vel ReLmo montanis, quae para­mus, B. V..

Ich nehme, wie ſchon gedacht, die Evi­Qion dieſer ſache nicht auf mich, zumahln nicht unbekannt, was in den vorigen zeiten mit entdekkung ſolcher Steine und Inſcri­ptionen vorgegangen. Ich habe aber doch auch nicht geſehen, daß jemand derſelben

wiederſprochen, uͤberlaſſe alſo eines jedweden

gutachten, ob und wie weit er ihr beifallen (wolle. Es hat nachgehends die ganze Schrift in den Miſcellaneis Lipſienſ. 1717. ſ. 296. nachdrukken laſſen Herr Chriſtoph Pylius, Rector in Tangelin, nachgehends in Stral­ſund: und meldet er, daß er wegen dieſer ſache mit dem Hrn. Hofr. Schott geſprochen,

der die Schrift der Societaͤt der Wiſſenſchaff

ten mitgetheilet, aber von der ſachen gewiß­heit nichts erhalten koͤnnen. Und eben die­ſes iſts, was die ganze ſache verdaͤchtig macht. Einer ſo wichtigen ſache und erfindung wuͤr­de niemand ſeinen namen entzogen, oder ver­ſtekket haben: er wuͤrde ſich eine ehre daraus gemachet haben, daß er ſo was wichtiges ent­dekket, das ſelbſt den uralten Roͤmiſchen Ge­ſchichtſchreibern ein licht geben könnte. Wäre die ſache richtig; und Eilhardus Lubinus wuͤrklich der Urheber, wie man dafür halt?

wuͤrde er ſeinen namen gern hergegehen ha­

ben. Sollten ſich nicht Leute gefunden ha­ben, und Lubin nicht ſelbſt ſo klug und ſörgfaͤltig geweſen fein, daß dieſes koſtbare

ſtuͤl nicht allein gemeiner gemacht, und der

gelehrten Welt kundbarer, ſondern auch ver­wahret und in acht waͤre genommen worden? Allein es findet ſich der marmor nirgends: nirgends auch mehr nachricht oder zeugen, die dergleichen Steine geſehen. Die Herren von Bredow ſein ja in der Mark ſo bekannt:

ſollten dieſe ſolche nicht unter die Maͤrkiſche

Gelehrte, und Lubin ſie nicht unter die Ro­ſtokſche Gelehrte, da er Profeſſor war, ge bracht haben? Endlich iſt die aufſchrift, ſo wunderbar, daß man auch die uͤberbleib­ſel bei den meiſten woͤrtern zu keinem Lateiniſchen ausdruk hringen kann, der ſich

für die damahlige rauhe zeiten ſchikket, es moͤchte dieſer Stein in Italien oder Teutſch­land gehauen fein.

Il. Auch haben ſich nicht allein in und bei den Todtentoͤpfen, ſondern auch auf freiem felde, in gaͤrten und ſonſt allerhand art Muün­zen gefunden. Ob man nun wohl deren nur wenig in erfahrung bringen können: ſo hat man davon doch einige nachricht beifü: gen, und diejenige Liebhaber, denen derglei­

chen in die haͤnde gekommen, oder die dabon|

einige wiſſenſchafft haben, hiermit aufmun­tern, und um mittheilung beiwohnender nachricht erſuchen wollen; weil ſich noch ir­gendwo gelegenheit finden wird, derſelben zu gedenken.

Von den Alten Sueben und Vandalen duͤrfen wir wohl keine landgaͤngige Muͤnze unter den gefundenen ſtuͤkken vermuhten. Argentum& aurum propitii, an irati negaverint, dubito, ſagt Lacitus M. G. C. v. Der es bei nahe für ein gluͤk halt, kein geld zu haben; und ſagt nur von den an Italien angraͤnzenden Teutſchen, daß ſie eine ahrt von Roͤmiſchen gelde gehrauchet. Sie haben es auch nicht noͤhtig gehabt: weil ſie ihren handel durch tauſchen getrieben. Doch haben ſie die alte nummos ſerratos und bigatos gern gehabt, wie er ferner mel­det, welche an den ſeiten gerippet, oder mit ſpannpferden bezeichnet geweſen. Wan­nenhero auch zu vermuhten, wann ſolcher geſtalt unſere Alten noch Serratos heſeſſen, dabon ſie ſo viel gehalten, daß dieſer ahrt noch manche verborgen liegen muͤſſen, wo ſie nicht der roſt verzehret, oder wie bei man­chen geſchehen, die unwiſſenheit und ver ſchwiegenheit ſelbige der důrftigkeit oder dem geiz aufgeopfert. Dann das ſchikſal, wel ches einige Menſchen gluͤklich machen wollen, hat nicht allemahl ſolche angetroffen, die ſch dieſes gluͤks und angewieſenen ſchatzes beides zu ihrem und des Naͤhſten nutzen recht haben koͤnnen oder wollen bedienen. Man hats nur angeſehen als ein nuzbares Silber, es bei erſter gelegenheit geſuchet loß zu werden, und ſolchergeſtalt der unterſuchung, was es für Münze ſei, ohne bedenken entriſſen. Sol= ches ſchikſal hat mehrentheils dasjenige ge­habt, welches ſich in einiger anzahl bei ein­ander finden laſen. Zu Polchleben, Schi velb. Inſpection haben Schulkinder heim ſpielen etliche Silberne pfennige bei einem Haufe aus der erde gepuddelt: und bei fleißi­germ nachſuchen hat man einen guten Hul voll dergleichen Silbernen pfennige in einem klumpen