Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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485
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85 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. 1 Kap. 486

Dergleichen Nordſcheine aber haben ſich

erauͤget A. 1716. 16 März A. 1718. 4. 19 März, 16 Sept. 23 Ned. A. 1720. 6. 10. und 18 Febr. A. 1721. zwiſchen dem 1 und 2 März, da von mitternacht gegen abend her­um nach dem mittag anfangs weiſſe feurige wolken gezogen, gegen und durch einander gegangen, und alles ſehr hell und als ein ſtarker dampf anzuſehen geweſen, bis alles mit vollen blitzen durch einander gefahren, und ſonderlich um 11 uhr ſchreklich anzuſe­hen geweſen, und bis an den morgen gedauert, wie ſolches vom Prediger zu Baumgarten, Prenzl. Inſp. Hrn. Praetorius, und Hrn. Pfund zu Schoͤnow, Sonnenburg. Inſp. beobachtet worden. Anderswo als zu Schoͤnbek in der Altmark hat mans alſo bemerket, daß vom ganzen horizont umher lauter dunkelrohte

feuerſtrahlen in die hoͤhe geflammet, welches

ebenfalls ſchreklich und fuͤrchterlich anzuſehen geweſen. Ferner 1726. 9Dft. 1728. 17 mahl 1729. 1730. 2 Nov. 1731. 8 Okt. 17365. 2. 24 Maͤrz und 23 April, 1736. 9 Febr. 21 März, 5 April, 29 Sept. 7. 20. 26. 27 Ott. 18 Deo 1737. 20. 23 Aug. 22 Sept. a3 Okt. 12 Nov. welches fo helle, als beim vollen Mond geweſen, und der ſchnee hat dunkelroht ausgeſehen. A. 1739. 27 Febr. 29 März, 1 Mai, 24 Sept. 31 Okt. 1741. 22 Jan. und 21 Febr. da die flamme

bei hellen himmel ganz weiß, und von mor­

gen, mittag und abend zuſammen geſchlagen, und den wetterleuchten nicht ungleich gewe­ſen, lezteres auch einen naͤchtlichen Regen­bogen gemacht. Jerner am 16 Maͤrz 10

Aug. 2. 8 Okt. bei welcher man ein gerauͤſch

will bemerket haben, und einen groſſen feuri­gen ſtrahl, der auſſerordentlich breit von mor­gen gegen abend, und hin und wieder ſich ge­wendet und geflimmert, ſich auch getheilet gegen morgen und abend, da man inzwiſchen

von beiden ſeiten gleichſam ein blitzen auch

ein getoͤſe beobachtet, wie ſolches an verſchie­denen oͤrtern ſonderlich zu Zielenzig und Kůͤ­nigswalde, Droſſen, Wilmersdorf beobachtet worden. Ferner 1742. 29. Jan. Den Nordſchein von A 1729. 16. 17 Nov. insbeſondere betreffend, ſo iſt ſelbiger ein auſſer­ordentlich groſſes, dabei ſchoͤnes und herrliches kuftfeuer oder Phaenomenon geweſen, das ſehr hoch geſtanden, und daher auf den Spani­ſchen güͤſten, in Frankreich, England, Schott; land, Polen, Moßkau, auch in der Schweiz, ja gar auf dem geſtade des nordlichen Ame­rila,(vergl. Acta Erudit. A. 1716. 357.) ,. auch in Berlin von dem Königl. ronomo Hrn. Kirch, auch in Witten:

berg von Hrn. Joh. Fr. Weidlern beobach­tet, auch von einem ieden insheſonder be ſchrieben und init anmerkungen begleitet wor­den: welche beſchreibungen in der hauptſache uͤbereinkommen, wegen der verſchiedenen lage und umſtaͤnde iedoch auch einige, wiewohl nicht hauptſaͤchliche berſchiedenheit an ſich be­merken laſſen. Weil dieſes Nordlicht ſo gar merkwuͤrdig geweſen, ſo wollen wir ſelbiges hier mitnehmen, uns aber der beſchreibung des Hrn. Prof. Kirchs bedienen, als welche in unſeren gegenden die eigentlichſte iſt. Er bes merket aber, daß abends um 7 uhr von nordoſten bis weſten ſich eine weißgelblichte helligkeit ausgebreitet, welche ſich ziemlich hoch bis über den Polarſtern erſtrekket, und hätten ſich bei genauer beobachtung zwei bogen blikken laſſen, die aber nur wenig hel­ler geweſen, als die uͤbrige erleuchtung, da­von einer bis an den Polarſtern in die höhe gereichet, der andere aber unter demſelben geſtanden, hätten aber gegen dem hörizont ſich gekruͤmmet, als ovale, deren unterſte teile unter dem Horizont verborgen gewe­Fſen. Unterhalb dem bogen gegen dem ho­rizont haͤtte die luft als nebelich und voll

duͤnſte geſchienen, die ſich ſachtlich beweget

und einige ſchwache ſtrahlen von ſich aufſchieſ­fen laſſen: und wäre das mittel der bogen, vund des ganzen Nordſcheins ungefehr 26. grad von norden gegen weſten geweſen. Nach einer weile hätte es gelaſſen, als wenn der Nordſchein vergehen wollen, waͤre aber doch helle geblieben ohne figur und ohne bes wegung. Um 9 uhr hätte gegen der ſuͤd­weſtlichen gegend des himmels ein ſehr hell­glaͤnzender ſtreif, der etwa einen Mond breit oder etwas breiter geweſen, und etliche grad in die laͤnge ſich erſtrelkket, dem hori­Hzont parallel ſich gezeiget, unter welchem es dunkel geſchienen; wie eine wolke, wodurch gleichwol Saturnus waͤre zu ſehen geweſen, und der ſtreif hatte ſuͤdwaͤrts nur etwa 25 grad von ſuͤden abgeſtanden, und deſſen höhe waͤre 24 oder 25 grad, und ſein glanz uͤber­aus helle und ſchoͤn, und heller als das licht in norden geweſen. Bald darauf faͤhret der Herr Kirch fort, dehnete ſich dieſer ſtreif ziemlich gegen weſten aus, iedoch nicht ganz gerade; recht in ſuͤden entſtund ein blaſſerer und breiterer ſtreif, und oben druͤber gleichſam eine lichte wolle, die aber Feine wolke war; und ehe man ſich es vers ſahe, formirte der erſte helle ſtreif, nebſt den folgenden in ſuͤden, einen zirkel um den ganzen Himmel, in gleicher höhe von dem horizont, der aber nicht recht vollkommen