sar Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. J. Kap. 542
bis Oculi, da dann beim aufbruch des eiſes bei Arneburg 2 Schif muͤhlen zu grunde gegangen: wie deſſen anderswo gedacht worden. Auch hat man zwiſchen Menz und Lindau einen knaben, und auf dem weg von Bellin nach Mohrin einen Wachspußirer aus Quedlinburg todt und erfroren gefunden, welcher leztere eine gute ladung won
hrantwein zu{ich genommen hatte, duͤnne
gekleidet geweſen und kaum 3 weges gegangen war. Die heftigſte kaͤlte iſt zwiſchen dem 1. und 26. geweſen, und iſt ſelbige auch daher abzunehmen, daß bei der H. Communion der wein im kelch gefrohren.
XXIII. Unter allen wintern aher verdienet der von A. 1740. eine ſonderbare gufmerkſamkeit, als welchen der groͤßte theil jezt lehender Menſchen nicht allein ſelbſt erfahren, ſondern zum theil auch noch fuͤh
let; welcher dannenhero auch eben wie der
bon 1608. als eine jahrrechnung angeſehen wird, und gleichſam ein maaß und regel ſein kan, gegen welcher man ſowohl die heftigkeit der Kaͤlte, als die wuͤrkungen derſelben in der Natur halten und beurtheilen kann. ö
Es fing A. 1739, bald nach Michaelis an friſch zu werden, daß man ſchon im Oktober der warmen ſtuben ſich bedienen mußte: der wind wankte auch beſtaͤndig faſt den ganzen monat durch zwiſchen norden und oſten, und der Spiritus im Thermometer blieb beſtaͤndig unter dem gemaͤßigten oder temperirten. Am 25 Okt. fiel der Spiritus bis 29. 30. 32. grad herunter, und da fing es an zu frieren, und die Kaͤlte unter beſtaͤndigem nord⸗ und endlich oſtwind zuzunemen bis 29 Okt. da der Spiritus bis zum 48 grad gefallen. Ob nun wohl ein ſüdwind an eben dem tag eine gelindere witterung brachte, und der Thermometer wieder bis 16 grad ſtieg: ſo ſezte ſich doch der wind wieder in norden, und brachte Froſt mit, da inzwiſchen der Spiritus wieder bis 32. gefallen.
Der Noh. ſezte die Kalte bis den 16 fort, da der Spiritus bis 50 grad gefallen, und ferner bis 28. Nov. da der Spiritus bis 70 X grad unter gemaͤßigt geſtanden, welches dann ſchon einen ziemlichen grad der Kälte anzeiget.
Worauf zwar der ganze Dec. etwas gelinder geweſen bis auf den 12, da der Spiritus
bis auf den 5r grad gefallen, aber gleich wie
der bis zum 33. grad am folgenden 13 geſtie
gen. Allein der Jan. war deſto heftiger, und iſt niemals über 18 grad geſtiegen, ſondern
den ganzen monat durch unter dem 30. geblieben, und auf berſchie dene grad der Kalte,
Ill. Theil der Mark, tiſt.
am 9. aber über 30. und am 10 bis 95. grad herunter gefallen, und eine ſehr heftige Kaͤlte angezeiget, dabon ſich auch die betruͤbte wirkungen hin und wieder geauͤſſert. Ob nun
wohl die heftigkeit bei dieſen hohen grad nicht
blieben, und gleich folgendes tages wieder etwas nachließ: fo war es doch nur ein weniges, und das anhalten der zwiſchen dem zo. und go grad bald ſteigenden, hald fallenden Kälte, machte den Winter immer beſchwerlicher, der endlich am J. Febr. feine groͤſſeſte
heftigkeit erreichete, indem der Spiritus bis 102. grad hinunter, in den gemeinen Ther
mometern aber ganz bis in die kugel hinein
ſiel, ſelbige auch wohl gar zerſprenget. Und
ſtieg es zwar wieder, ließ auch am 10. 1. und 21. als wenn es wollte thauen: allein es war kaum zu merken, und der Spiritus fiel wieder zum Froſt, und hielt his 29. an, da es wiederum zum thauen ſchien zu gehen, aber bald wieder ſiel und bis 15 Marz anhielt, da es abermahls geneigt ſchien zum thauen, jedoch vom 17. an his 7 April heſtaͤndig anhielt, und ob es wohl am. 14. 15. 16{ich wiederum nach gelinde gewendet, der Froſt dennoch faſt den ganzen April ausgehalten, daß es wenigſtens zu keinen rechten thauwetter ehe gekommen als am ende des Aprils, und alſo der froſt vom Jan. anzurechnen ganzer 16 wochen angehalten. Ja es iſt am 4.
Mai noch in der gegend Lebus, Goͤriz 2c. ein
ſehr ſtarker ſchnee gefallen und dabei fo klam und kalt geweſen, daß die pferde verklummet und hingefallen. J Bei der groſſen heftigkeit hat man bemerket, daß der ſpeichel und tropfen waſſer wann fie noch nicht 2 fuß hoch gefallen, zu eis geworden, ehe ſie auf die Erde gekommen: Daß der wein bei der H. Communion im kelch gefroren, daß zklaftern tiefe brunnen, das bier in einer warmen ſtube am fenſter, der wein im fahren gefroren. Um aber im ſtande zu ſein ſich von allen ſtrengen wintern dieſes jahrhunderts und deren verhaͤltnuͤß unter einander einen deutlichen begrif zu machen: ſo kann man ſich nicht entbrechen, dasjenige hiermit einflieſſen zulaſſen, welches bon den Hrn. Aſtronomis inſonderheit der Koͤnigl. Preußiſchen Societaͤt der wiſſenſchafften dißfals beobachtet, und dem Kalender von 1741. 42. beigefuͤget worden; da dann nach vorgaͤngiger erinnerung, daß man entweder auf die heftigkeit und grade, oder auf die dauer und unterbrechung derſelben durch ein thauwetter zu ſehen habe, zwiſchen den wintern 1709. 1716, 1729, 1731. und 1740. nach dem Fahrenheitiſchen Thermometer dieſe Mm a2 ver