Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
539
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335 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. L Kap. o

rentheils auf 2. 1 oder auch J. 3. O geſtan­

den, iedoch auch unterſchiedene mahl als den 10. 11. 12. und da ſie am heftigſten gewe­ſen, am 13, 14. und 22, 23 Januar. inglei­chen am 24, 25 Febr. 1. oder auch 1 und x gr. noch weiter unterwaͤrts geſtiegen, und alſo auf eine ganz auſſerordentliche heftige Kalte gezeiget, dergleichen diejenige, in Lapland geweſen, kaum jemahls empfunden:

und hat angefangen am 2 Okt. 1708. in ei­

nem aber gedauert vom 6 Jan. bis in die mitte des Maͤrz, und faſt ohne abwechſelung den Jan. und Febr. Bei welchem anhalten der heſtigkeit auch die Baͤder zu Aaken und anderswo zu eis gefroren. Die traurige wuͤrkung dieſer geſtrengen Kaͤlte hat ſich auch nicht allein in Teutſchland, ſondern in Frank­reich, Italien und andern Laͤndern von Eu­ropa dermaſſen empfindlich ſpuͤhren laſſen, daß fie unzehlige Nuß⸗ und Kaſtanien, auch Orange⸗ und Maulbeerbauͤme, Oliven, Weinſtoͤkke ꝛc. verderbet, zu groſſem ſchaden nicht allein der dortigen Einwohner, derer viel ihre lebensmittel davon gehabt, ſondern auch der Laͤnder ſelbſt, derer einkommen da­durch auf etliche jahr ſehr vermindert wor­den. In der Mark hat ſie gleichfalls alle groſſe Nußbaüme, Maulbeerbauͤme, Pfir­ſichbauüme und Weinſtoͤkke, ſo nicht gedekt ge­weſen, verderhet, dieſe leztere auch nicht an­ders, als aus den wurzeln wieder ausgeſchla­gen, wie auch mit den meiſten Maulbeer­bauͤmen geſchehen. Jedoch haben ſich die junge Nußbauͤme wieder erhohlet. Die alten, fo von mittelmaͤßigen jahren, haben zum theil in ſo weit ſich erhohlet, daß ſie den ſtamm hinauf neue ſchöͤßlinge geſetzet, die gar alten aber fein weggeblieben. Es hat auch ſolches nicht allein die von auſſen hereingebrachte, ſondern viel ſelbſtwachſende bauͤme dieſer Lan­de, und inſonderheit die Eichen und Ruͤſtern betroffen, da man doch hätte meinen ſollen, daß weil ſie die Natur gleichſam hier gezei­get, fie der landart und Kalte beſſer würden gewohnet ſein geweſen. Ich habe auch in unterſchiedenen waͤldern wahrgenommen, daß alle die Geniſta Vulgaris Major, Teutſch Haſenbroht genannt, welche etwas groß ge­weſen, ungeachtet ſie ein ziemliches hartes holz hat, dennoch meiſtentheils verfroren, und nur ſolche uͤbrig geblieben, die mit dem ſchnee bedekt geweſen. Dergleichen harten erfolg doch der winter bon A. 1658. den man fünften bor einen der haͤrteſten gehalten, nicht hinterlaſſen. Ich finde auch ſonſten in dem verwichenen jahrhundert kein ſolches exempel, als in dem jahr 1587. von welchem ein Goͤr­

litziſches geſchriebenes Chronicon zeuget daz in dem elben gleichfalls die welſche Nin und Pfirſichhauͤme faſt insgemein, auh die alleraͤlteſten und größten bis in den kern und in die wurzeln erfrohren, und ihrer etliche nur um den ſtamm und an den niedrigſten aͤſten etwas gegen den ſommer wieder ausgeſchlagen. Nach dieſem fein die Winter 1716. 1726, 1728. 1731. noch merkwuͤrdig, und wit von deren vergleichung bald nachricht folgen. Von dem Winter 1716. wird angemerket, ß er z nach einander kommende mißjahre ge­laſſen und bis 1720, ziemlich theure zeit ge weſen, welches iedoch nicht iede gegend he­troffen: geſtalt dann an einigen oͤrtern das gegen geſegnete ernte und unvergleichliche maſt geweſen. 6

A. 1719. hat die Kälte ſehr lange angehal­ten, wodurch dann das graß zuruͤk gehalten, und weil der Landmann feinen vorraht ver futtert, das vieh genoͤhtiget worden auf der weide die grüne knoſpen und viel junges ho abzufreſſen, woran dann viel geſtorben: und hat ſich bei der oͤfnung gefunden, daß die innern theile alle gut, der magen aher voll unverdaulich holz geweſen.

A. 1728. fing es zwar ſchon am 3. 28und 29. Okt. an zu frieren, und die Kaͤlte am 3. 4. 6. 7. Nop. empfindlicher zu werden, gab aber vom 8 bis 21. Nob. ein gemaͤßigteb wetter. Der rechte Froſt ging mit dem 22 Nov. an, war am 20. 21 Jan. am heftij­ſten, und am 6 und 27 März nicht viel ge­linder, als an welchem auch die offene brun­nen zugefroren, und dauerte bis 30 Met 1729. iedoch mit einem im ende Jan. erfolg ten thauwechſel, wie ſulches umſtandlich au der A. 1730. mit genemhaltung der Königh docietaͤt der wiſſenſchafften verfertigten win terkarte und im anfang des Kalenders bon

1730. zu erſehen. Am 2 Advent froren die

beide haupt ſlüſſe, die Oder und Elbe ſchon in und ſtunden his Remniſcere. Am 11 und

12 April iſt erſt das eis von den Seen weh

gegangen, welches vom herbſt her das ge, waͤſſer bedelket gehabt. Weil das thauwet, ter mit einem mahl einſiel, erfolgte ein gro gewaͤſſer, welches in der Altmark faſt uh teich und damme gegangen, auch ſonſt hie ſchaden verurſachet.: Im Okt. A. 1730. fiel vom 10 bis 2 ein ziemlich ſtarker Jröſt ein, welcher das an del baůmen noch hangende laub verſenget. Ai waͤhrete der Froſt, ſo am 8 Dec. 30. augeſan­gen, mit dem ſchnee bis 133 März. Den. nach Martini ſetzete ſich die Elbe, und rn