Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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537
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37 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. J. Kap. 538

zum andern zu fuß kommen konnen. ſ. 176, A. io. hat es fo hart gefroren, daß Leute der zeit von go jahren keinen haͤrtern winter erlebet ſ. 82. Dieſe muͤſſen aber wohl den von 1399. bergeſſen gehabt haben, der gewiß nicht erleidlicher kann geweſen ſein. A. 1442. ſ. 216. A. i473. ſ. 233. Der froſt von A. 1513. hat einen ſolchen eindruk gemacht, daß man da­her die jahre gerechnet ſ. 281. A. i551. ſ. 345. A. 1555. hat der Froſt angefangen Dom 2 Ad­vent, und gedauert bis Judica. A. i565. ſ. 363. A. 1568. ſ. 366. A. i580. iſt am 1 Maͤrz eine ungewöhnliche groſſe Kaͤlte geweſen, daß man ſſch dergleichen nicht gewußt zuerinnern ſ. 382; A. i583.. 392. A. 1586. 1587. von Allerheil. bis Faſtnachten ſ. 398: A. 1599. fing der Froſt z wochen vor Martini an, und hielt mit

groſſem ſchnee bis 26 Febr. an. Der winter

von 1608. iſt ſowohl wegen der heftigkeit, als wegen der laͤnge des Froſtes lange nach­hero der Groſſe Winter genennet worden: wie­wohl hemerket wird, daß derſelbe nur in den mittaͤgigen Laͤndern ſehr heftig, und ſo wohl

baümen, als thieren und Menſchen ſchaͤdlich,

in den nordlichen Ländern hingegen fehr ge: linde geweſen. Ferner A. 622. 1624. Aber) A. 1632. iſt nicht allein ein harter Winter nebſt tiefen Schnee, ſondern auch ein kalter fruͤhling geweſen, daß es auch am 17 Mai noch eis gefroren, auch den ganzen Mai und Junius durch lauter kalte ſchlalkken und win­de gegeben. Jedoch hat ſichs den Johannis­tag geaͤndert, und iſt ein ſchoͤnes warmes wetter den Julius und Auguſtus durch, auch eine ſo reiche ernte an feldfruͤchten und Obſt erfolget, als in vielen jahren nicht geſchehen: der Wein aber aus mangel der fruͤhlingswaͤr­me iſt zuruͤk geblieben. A. 640 hat der Froſt, ſo im Dec. 1639. angefangen, bis nach Oſtern gedauert: da dann zwar im Maͤrz warme tage gekommen, dabei man die gartens be­ſtellet, die ſaat auch aufgegangen, und die baüͤme in die blůhte getreten, iedoch ſich wie: derum harte Froͤſte eingeſtellet, wodurch al: les verderbet worden.; ö Das jahr 1641, welches ohne dem wegen der auf den 25 April einfallenden Oſtern auch merkwuͤrdig und in dem ganzen jahrhundert das einzige iſt, hat auch in anſehung der auͤſ­ſerlichen witterung nicht ſeines gleichen ge­habt. Dann ob es ſich ſchon in den erſten ſommermonaten ſowohl an feld⸗ und garten. als auch baumfruͤchten wohl angelaſſen, der Vein auch vor Johannis gebluͤhet: fo iſt doch m Julius mit dem anfang der hundstage eine

ſo ſcharfe Kalte ein) Wieder gefallen, daß man hin und

Ill. Theil der Maͤrt, biſt.

eis gefunden; auch die ganze ernte

durch ein regenichtes wetter geweſen, dadurch alle fruͤchte zuruͤk geblieben, und die Gerſte erſt nach Michaelis koͤnnen eingeſammelt werder. Die Marellen, fo ſynſt eine ziem­lich zeitige ſommerfrucht ſein, haben noch 8 tage nach Michaelis auf den bauͤmen ge: ſeſſen; die ſpaͤte baumfruͤchte aber fein gar zu keiner reife gekommen. Und ob man wohl wegen etlicher warmen tage in dem Okt. in anſehung des Weinwachſes noch hofnung ge­ſchoͤpfet, daß er zu etwas reife kommen wurde: fo iſt doch abermahls ein ſo ſtarker

gefallen, daß nicht allein die trauher

dern alles junge holz mit einem mie

ben, und die zakken bollends abgehauen, mit­hin die bloſſe ſtaͤmme ſtehen bleiben muͤſſen, die ſich doch wieder erholet und mit der zeit zu der vorigen groͤſſe angewachſen. Von der kaͤlte des ſahres 1658. wiſſen die Geſchichte von Teutſchl and, ſonderlich auch von dem zwiſchen Daͤnnemark und Schweden gefuͤhr­ten kriege viel zu ſagen: worauf iedoch nicht eben ein unfruchtbarer ſommer gefolget. Die jahre 1665, 1667, 1670. fein ebenfalls grim­mig kalt geweſen, wie auch 1680. 1681. 694, auf welchem leztern zwar hier zu Lande eine theurung, ſonſt aber in andern Landern ein guter weinwachs erfolget. Die jahre 1695. wie auch 165. fein nicht fo ſehr wegen wuͤrk­licher Kaͤlte, als wegen oftmahls entſtande­ner naͤſſe beſchwehrlich geweſen: indem das

getreide langſam eingebracht worden, das

ſpaͤte obſt aber gar zu keiner reife gekommen. A. 1689. fingen ſich die kalte herbſte und ſpaͤte fruͤhlinge, und mit denſelben die lang anhaltende theurung an, derer vorhoten ver­muhtlich die ſtarke Hagelwetter A. 1686. 1687. geweſen. Dann es weheten mehren theils die jahre durch, oder doch zu den zei­ten die nordwinde, da ſie dem wachsthum am ſchaͤdlichſten waren; und ward dadurch die winterſaat in dem herbſt und die ſommerſaat in dem fruͤhling geſchrekket, daß fie nicht zu kraͤften kommen koͤnnen. Der Weinwachs bekam auch feine anſtoͤße, daß er nicht zu rechter zeit blühen, oder doch wegen der alle

zu zeitigen Froͤſte nicht voͤllig reifen koͤnnen. Aus dem gegenwärtigen jahrhundert iſt vor andern das jahr 1709. hoͤchſt merkwuͤr­dig, als deſſen Kaͤlte ſo groß geweſen, daß, da man in den Thermoſcopiis die gradus der Kälte fo zu unterſcheiden pfleget, daß ie tiefer der Spiritus in derſelben ſteiget, ie kaͤlter es iſt, und bei dem sten die Kaͤlte{ich ziemlich mehret, der 2 und 1 gr. auf groſſe und grim­mige Kaͤlte weiſet, man dieſesmahl in Ber­lin angemerket, daß der Spiritus zwar meh­Mm ren­