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535 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. J. Kap. 526
worden ſein, wann dergleichen Schwefelregen etwas ſpat faͤllt: oder der abgefallene blumenſtaub iſt auf mooß oder an ſolche oͤrter gefallen, da er vom; ſchmelzenden ſchnee oder anhaltenden regen ausgewaſchen und zum borſchein gebracht wird; wie dann der ſtaub lange liegen kann, ohne ſeine farbe zu verlieren, der mooß ſelbſt auch ſpat im Herbſt bluͤhet, und eine groſſe menge blumenſtauh von ſich giebet. Ju Frankfurt a. d O. hatte
es der gemeinen ſage nach auch ſchwefel ges
regnet, und zwar einen ganz ſchmalen ſtrich von der Landwehre an bis auf den Markt: da man aber die ſache unterſuchet, war ei
nem Fuhrmann ein fat voll zart geſtoſſener oder geraspelter Bernſtein zu ſeinem groſſen ſchaden ausgelaufen.
Wann Leutinger vom jahr 1571. meldet, daß es bei Kroſſen Weizen und Korn, und Angelus daß es 1580. Korn gereg net, oder wann man ſonſt lieſet, daß es 1620. Mehl geregnet: ſo hat es wohl keine andere, als dieſe bewandnuͤß, daß etwa ein Sturmwind eine groſſe menge Getreide oder Mehl vom Kornboden irgendwo weg und in die Luft getrieben, von wannen es dann nach
deren beſchaffenheit ſparſam oder haufenweiſe
herab fallen muß: und gehet damit, wo nicht die ganze erzehlung eine von Gemeinen Leuten auf die bahn gebrachte fabel iſt, eben ſo natuͤrlich zu, als mit den Manna regen bei Graͤz in der Steiermark, welcher vor etwa zo jahren daſelbſt gefallen. Die Herren Patres Ord. Franciſci fanden hier gleich ein wunderwerk, lieſſen aus dem geſammelten ſamen broht bakken, und ſchikten eine probe von dieſem Manna durch einen Pagen gerade nach Berlin an des damahls hier befindlichen Generalfeldmarſchalls und Grafen von Batliga Excell. ohne zweifel um dieſes wunderwerk unter Proteſtanten zu einer unfehlharen überzeugung von der wuͤrklichkeit der in der Roͤmiſch⸗-Kathol. Kirche vorgegebenen wunderwerke, bekannt zu machen. Man wurde aber gar bald fertig, und zeigte, daß dieſer ſamen nichts anders wäre, als der ſamen eines gewiſſen graſes, welchen wir Schwaden nennen, und welchen der regen aus erhabenen wieſen nach der tiefe geſchwemmet hatte. Dieſer umſtand iſt den Herren Patribus unbekannt geweſen; und hat der Hr. D. Gleditſch in den damahligen oͤffent ichen Zeitungen dabon umſtaͤndliche nachricht gegeben. Unten im III. Kap. 5. XIX. wird
ſich auch ein ſogenannter Hirſeregen ſinden,
mit welchem es faſt gleiche hewandnuͤß hat.
XXII. Harte winter hat unſere Mark mit anderen Ländern gemein: und was dabei horgehet, pfleget mehrentheils auch allen harten wintern, auch den Ländern, die er be, trifft, gemein zu ſein. Man wird ſich alſo begnuͤgen, die jahre nur anzufuͤhren, welche wegen auſſerordentlicher kaͤlte merkwürdig ſein, und nur mitnemen, wenn was heſon. ders dabei von den Geſchichtſchreibern angemerket worden; die lezte winter aber in eine etwas genauere erwegung ziehen. Angelus fuͤhret ſ. x4 ſchon das 59 jahr nach Chriſi gebuhrt an aus Taciti Annal. L. Alll. c. z. wiewohl dieſes die oͤſtliche gegenden betroffen. Ferner das jahr 545 und 54.. 21. aus dem
Sigeberto Gembl. da man wilde thiere und
geboͤgel mit den handen fahen können. A. 670, 23. it. 761. J63. da die kaͤlte vom 19tt. bis in den Fehr. gedauert, und das Meer auf 100 meilen breit, und an etlichen oͤrtern zo ellen dik ſoll gefroren fein, welche angabe man ihn und feine angeführte zeugen bilig verantworten laͤßt.
‚A: 786. iſt die kaͤlte im Mai mit tiefen ſchnee eingefallen ſ. 25, und hat man über den Rhein und die Elbe mit laſtwagen fahren können. It. A. 821, ſ. 34. A. 824 ſ. 34. A. 864. hat der froſt vom anfang des Novemhers bis ende des Aprils, und A. 875 von Allerheil. bis Gregori gedauert ſ. z5 Annales Fuldenſes nennen ihn hyemen aſperam& frigore& nivibus. A. gi. A. 9b. oder 92%, mag wohl ſo gar heftig nicht geweſen ſein: aber die eroberung von Branden ⸗· burg, welche auf der zugefrornen Habel bewerkſtelliget worden, macht dieſen Winter der Mart vor andern merl würdig. A975 fing die kaͤlte im Decembr. zwar erſt ah/ dauerte aber bis in den Marz ſ 55. A984 vom 3 Nob. bis; Mai des folgenden jahres ſ. S6. K. 99x. hat noch am 17 April IP eiß gefroren ſ. H. A994. vom 14 Ott
bis 14 Mai folgenden jahres ſ. S A 100,
ſ. 61. A. 1020. ſ. S2. A. 1096. vom ah fang Nobembers bis mitten in den April Bei dem jahr 124. oder n25. meldet Anneli {ta Saxo beim Eccard TI. ſ. 656. A ö quarta feria ebdomadae Pentecoſtes dirt ſimae pruinae frigus plagam magnam ta novellis ubique fructibus, quam vines abundantiſſimam jam fœtuum ſuorum ſpem turgendo promittentibus int 1 A. 1210. Ang. ſ. 96. A. 1341. fr 150. dab ſchreibt Eikſtaãt, daß den Leuten wären naſel und ohren abgefroren. A. 1399. iſt die ſ fee zwiſchen Libek, Stralſund und Dann mark zugefrohren, daß man von einem.